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Die Getrennt- und Zusammenschreibung im Deutschen von 1700–1900

Untersuchungen von orthographischen Regelwerken und zeitgenössischem Schreibgebrauch

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Susan Herpel

Das Buch präsentiert einen Gesamtblick auf die Getrennt- und Zusammenschreibung im Deutschen von 1700–1900. Dazu hat Susan Herpel ein Analyseraster erarbeitet, das alle Wortartenbereiche einschließt. Dieses dient der Untersuchung der Getrennt-, Bindestrich- und Zusammenschreibung in orthographischen Regelwerken sowie Grammatiken und in Gebrauchstexten des Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert. Die Ergebnisse setzt die Autorin zueinander und zur heute gültigen Orthographie in Relation. Entwicklungslinien der GZS werden so für alle Wortartenbereiche für die Zeit von 1700–1900 präzise beschrieben. Tabellarische Übersichten, die den zeitgenössischen Schreibgebrauch durch die Aufnahme aller für die GZS relevanten Textbelege dokumentieren, können außerdem online abgerufen werden.
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2. Theoretische Grundlagen

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2.Theoretische Grundlagen

2.1Vorbemerkungen

Die Auseinandersetzung mit dem Wort als grundlegender linguistischer Begriff ist Voraussetzung für die Betrachtung der GZS. Denn hier geht die Entscheidung, was als Wort bzw. Wortgruppe zu betrachten ist, konform mit der Entscheidung über die Zusammen- bzw. Getrenntschreibung. Im Rahmen dieses Kapitels wird eine Annäherung an den Begriff des Wortes und eine Abgrenzung des Wortes von der Wortgruppe versucht. Da sich die Arbeit mit den spezifischen Problemen der GZS von Elementen des deutschen Wortschatzes beschäftigt, werden die Begriffe Wort und Wortgruppe in einem engen Bezug auf die deutsche Sprache erklärt. Übersprachliche Kriterien werden somit nicht betrachtet.

Eine Annäherung an den Begriff des Wortes erfolgt in dieser Arbeit durch eine Betrachtung verschiedener sprachwissenschaftlicher Erläuterungen. Da die Definitionsversuche vor unterschiedlichen Bezugshorizonten erfolgen und sie somit jeweils andere Aspekte der Wortbestimmung hervorheben, ist es zunächst nötig, das Wort als sprachliches Zeichen zu charakterisieren. Grundlage für die Bestimmung des Begriffes Wort ist die bilaterale Zeichenauffassung von Ferdinand de Saussure. Hierbei wird davon ausgegangen, dass sprachliche Zeichen sowohl eine Inhalts- als auch eine formale Seite besitzen. Bezogen auf das Wort ist somit von einer Wortform und einer Wortbedeutung auszugehen. Während de Saussure sich vorrangig mit der Existenz der phonischen Form auseinandergesetzt hat, ist es im Zuge der Beschäftigung mit der GZS unerlässlich, die graphische Wortform in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen. Die Annahme von mindestens einer bilateralen Zeichenstruktur ist hinreichend für Untersuchungen...

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