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Die Getrennt- und Zusammenschreibung im Deutschen von 1700–1900

Untersuchungen von orthographischen Regelwerken und zeitgenössischem Schreibgebrauch

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Susan Herpel

Das Buch präsentiert einen Gesamtblick auf die Getrennt- und Zusammenschreibung im Deutschen von 1700–1900. Dazu hat Susan Herpel ein Analyseraster erarbeitet, das alle Wortartenbereiche einschließt. Dieses dient der Untersuchung der Getrennt-, Bindestrich- und Zusammenschreibung in orthographischen Regelwerken sowie Grammatiken und in Gebrauchstexten des Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert. Die Ergebnisse setzt die Autorin zueinander und zur heute gültigen Orthographie in Relation. Entwicklungslinien der GZS werden so für alle Wortartenbereiche für die Zeit von 1700–1900 präzise beschrieben. Tabellarische Übersichten, die den zeitgenössischen Schreibgebrauch durch die Aufnahme aller für die GZS relevanten Textbelege dokumentieren, können außerdem online abgerufen werden.
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5. Die GZS in Regelwerken und Gebrauchstexten des 19. Jahrhunderts

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5.Die GZS in Regelwerken und Gebrauchstexten des 19. Jahrhunderts

5.1Auswahl der Regelwerke

Das 19. Jahrhundert ist für die Entwicklung der orthographischen Bestrebungen von großer Bedeutung. An seinem Anfang ist noch die Wirkung der ADELUNG’schen Positionen spürbar, in seinem Verlauf sind recht divergierende Positionen zur Orthographie zu verzeichnen, an seinem Ende steht die Einheitsorthographie, die auf der II. Orthographischen Konferenz 1901 kodifiziert worden ist. Anders als im 18. Jahrhundert bedeutete sprachwissenschaftliche Forschung im 19. Jahrhundert eine strikte Trennung von Wissenschaft und Schule, die sich auch in den unterschiedlichen orthographischen Strömungen des Jahrhunderts äußerte. In diesem Kapitel der Arbeit sollen zunächst Ursachen dieser Entwicklung skizziert werden, um dann die GZS in Einzelwerken der unterschiedlichen sprachwissenschaftlichen Richtungen zu betrachten. So werden Werke der traditionellen Richtung (HEYSE, BECKER, SANDERS) sowie die Auffassungen der gemäßigt phonetischen Richtung (VON RAUMER, WILMANNS, DUDEN) zur GZS analysiert, da sie maßgeblichen Anteil an der orthographischen Diskussion im 19. Jahrhundert hatten.

Zudem sollten Arbeiten der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft in die Betrachtung einbezogen werden, so Jacob GRIMMs Werk „Deutsche Grammatik“ aus dem Jahre 1819. Voruntersuchungen haben jedoch ergeben, dass dieses Werk für die Beschreibung der Wechselwirkungen von Usus und Regelwerk im Bereich der GZS weniger geeignet scheint. Dafür ist BAUERs Werk „Vollständige Grammatik der neuhochdeutschen Sprache“ aus den Jahren 1827 und 1828 in die Untersuchungen einbezogen worden.

Neben orthographischen Werken des 19. Jahrhunderts werden ebenfalls Grammatiken betrachtet, da anzunehmen ist, dass auch im...

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