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«Unbeteiligte» und Betroffene

Aspekte der Wahrnehmung der NS-Konzentrationslager während des Zweiten Weltkriegs sowie nach Kriegsende

Edited By Bogusław Dybaś, Irmgard Nöbauer and Joanna Ziemska

Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen und geht der Frage nach, wie die nationalsozialistischen Konzentrationslager von unterschiedlichen Gruppen erlebt und wahrgenommen wurden. Die «Unbeteiligten» und Betroffenen der Welt außerhalb der Konzentrationslager sowie ihr Wissen und Nichtwissen über deren Bestehen sind hierbei von besonderem Interesse. Das in Anführungszeichen gesetzte Wort «Unbeteiligte» soll dabei verdeutlichen, dass es kaum möglich war und ist, unbeteiligt am Rande zu stehen. Thematisiert werden im Buch daher auch Formen des Erinnerns und Gedenkens, Zeitzeugenprojekte sowie die Erfahrung, als Tochter eines ehemaligen KZ-Häftlings aufgewachsen zu sein.
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Die Ausbeutung jüdischer Arbeitskräfte in den Zwangsarbeiterlagern im Warthegau

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Innerhalb des Systems der nationalsozialistischen Konzentrationslager waren Zwangsarbeitslager für Juden von besonderer Bedeutung. Während der deutschen Besatzung im Reichsgau Wartheland in den dem Reich angegliederten Ostgebieten errichtete die deutsche Verwaltung insgesamt mindestens 173 Lager dieser Art. Sie erhielten unterschiedliche Bezeichnungen, beispielsweise Zwangsarbeitslager, Judenlager, Judenarbeitslager, Arbeitslager für Juden Reichsautobahnlager, Reichsbahnlager, Oberbürgermeister Posen, Lager Stadion. Deren Gründung war u. a. mit der langfristigen Durchführung der Pläne zur Umstrukturierung und Modernisierung des Reichsgaus verbunden, der als Mustergau betrachtet wurde. Großpolen wurde von den deutschen Machthabern als ein Gebiet erachtet, das im Zentrum des Interesses des Dritten Reichs stand.

Die Rekrutierung weiterer Jahrgänge deutscher Arbeiter zur Wehrmacht, der eklatante Arbeitskräftemangel, die Umstrukturierung der deutschen Wirtschaft im Hinblick auf den kommenden Krieg und damit einhergehend die Nutzung eines Teils der materiellen und finanziellen Ressourcen für diesen Zweck sowie die Nutzung von Arbeitskräften des gesamten Dritten Reichs waren die Auslöser, warum Juden zur Arbeit in Lagern außerhalb der Ghettos gezwungen wurden.

Der Beschäftigung der Juden bei Bau- und Landwirtschaftsvorhaben sowie in weiteren Bereichen gingen trotz des bereits zu Beginn der Okkupation eingeführten Arbeitszwangs für die dort ansässige jüdische Bevölkerung zahlreiche ideologische Diskussionen seitens der Nationalsozialisten voraus. Diese Zweifel wurden von Herman Göring beseitigt. Er stellte fest, dass man die Beschäftigungspolitik bezüglich der jüdischen Bevölkerung aus pragmatischer Perspektive betrachten sollte, wobei der wirtschaftliche Faktor ausschlaggebend w...

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