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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
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5 Eine Kunst – Oase zwischen Trümmern

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5 Eine Kunst- Oase zwischen Trümmern

Abbildung 2: Die Kaiserstraße Nr. 7, 5 und 3 in Frankfurt, 1944 ← 65 | 66 →

Das Haus Kaiserstraße 5 lag im Zentrum der Stadt Frankfurt, besser, im ehemaligen Zentrum.

Viel war nicht übrig geblieben von diesem Zentrum, nach den schweren Bombardierungen.

Drei Großangriffe hatten die Alliierten im März 1944 auf die Stadt geflogen. Im Abstand von nur wenigen Tagen hatten mehr als tausend Flugzeuge ihre zerstörerische Fracht auf Menschen und Häuser abgeworfen. Zurück blieb eine bizarre Landschaft aus Ruinen und Trümmerhügeln.

In der Gründerzeit als Entree angelegt, war die Kaiserstraße eine der wichtigsten Straßen der Stadt. Neben dem wohl fortschrittlichsten Kunstsalon „Schames“ Opernplatz 10 (später Börsenplatz 2-4) und dem Rossmarkt war sie vor dem Krieg eines der „beiden stadtgeographischen Zentren des Frankfurter Kunsthandels“ gewesen. Sie führte vom Hauptbahnhof, dem damals größten in Deutschland, zum Kaiserplatz hin und in der Verlängerung auf die Alte Hauptwache zu.

Nun aber war der Blick von der Kaiserstraße auf die großartige, wie durch ein Wunder nur wenig beschädigte, 1888 eingeweihte Empfangshalle des Bahnhofs von den Ruinen der feudalen Etagenhäuser flankiert. Wie Stümpfe ragten oft nur noch das Parterre und die erste Etage der ursprünglich vier- oder fünfgeschossigen Wohnhäuser aus den Trümmerbergen. Eingestürzte Fassadenteile gaben den Blick frei...

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