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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
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19 Karl Schmidt-Rottluff zu Besuch

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Von allen Künstlerfreundschaften war die zu Karl Schmidt-Rottluff und seiner Frau Emy für Hanna Bekker vom Rath wohl die bedeutendste. Es mag daher verwundern, dass es nicht das Werk Karl Schmidt-Rottluffs gewesen ist, dem die Eröffnungsausstellung des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath, Hannas erste offizielle Kunstausstellung, gewidmet war. Verschiedene, auch praktische Gründe, wie zum Beispiel die Schwierigkeiten des Transportes, mögen dagegen gesprochen haben.

Doch war es wohl in erster Linie Hanna Bekker vom Raths feines Gespür für das, was das Kunstpublikum anzusprechen vermochte. Dieses Gespür hat zu allen Zeiten sowohl ihre Tätigkeit als Sammlerin als auch als Kunstvermittlerin geprägt. Denn ebenso undogmatisch, spontan und treffsicher, wie sie die Arbeiten für ihre Sammlung auswählte, entschied sie auch, welcher Künstler oder – seltener – welche Künstlerin – wann im Frankfurter Kunstkabinett ausgestellt werden sollte. Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen war sie damit erfolgreich.

Im August 1947 gelang es Professor Karl Schmidt-Rottluff erstmals wieder von Berlin nach Hofheim zu reisen und Hanna Bekker in ihrem Blauen Haus zu besuchen. Die zeitraubende Beantragung der für diese Reise notwendigen Interzonenpässe und Passierscheine hatte sich lange hingezogen. Reise und Aufenthalt waren auf die Zeit von vier Wochen begrenzt. Seine regelmäßigen längeren Malaufenthalte im Blauen Haus konnte Karl Schmidt-Rottluff erst ab Herbst 1948 wieder aufnehmen.

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