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Diskursanalyse und mentale Prozesse

Sprachliche Strategien zur diskursiven Konstruktion nationaler Identität bei Hugo Chávez und Evo Morales

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Romana Castro Zambrano

Romana Castro Zambrano beschäftigt sich mit Reden der Präsidenten Hugo Chávez (Venezuela, 1999–2013) und Evo Morales (Bolivien, seit 2006) aus den Jahren 2006 und 2007 mit Blick auf sprachliche Strategien zur Konstruktion nationaler Identität. Ihre Untersuchung basiert auf der Annahme, dass mit der Wahl zweier linksgerichteter Staatsoberhäupter tiefgreifende gesellschaftliche Umstrukturierungen stattfinden, die mit einem Wandel der nationalen Identität einhergehen. Das Buch beruht auf einer Diskurstheorie, die ein dialektisches Verhältnis zwischen Gesellschaft und Diskurs propagiert und die soziale Kognition als Schnittstelle begreift. Zugleich plädiert die Autorin dafür, auch in methodischer Hinsicht die soziokognitive Dimension stärker zu berücksichtigen und in diesem Sinne die Kognitive Linguistik in die Analyse miteinzubeziehen.
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IV. Überblick: Geschichte, Politik und Gesellschaft

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Die folgenden Überblicke sollen als Einleitung in die politische Thematik Venezuelas und Boliviens dienen und inhaltlich auf den nachfolgenden praktischen Teil vorbereiten. In diesem Zusammenhang sollen einführend zunächst einige grundlegende landeskundliche Informationen gegeben werden. Im Anschluss daran sollen zunächst die Eckpunkte der neueren Geschichte bis zum Amtsantritt der hier fokussierten Präsidenten beschrieben werden, um anschließend die politische Karriere der Protagonisten dieser Arbeit vorzustellen. Daraufhin werden kurz die bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse vorgestellt und sodann jeweils die Grundzüge der Politik der jeweiligen Präsidenten skizziert.

IV.1. Bolivien

Bolivien befindet sich im Zentrum Südamerikas und erstreckt sich über eine Fläche von 1.098.581 Quadratkilometern, auf denen sich knapp zehn Millionen Einwohner_innen zu ungleichen Teilen auf das Land und die Stadt verteilen.66 Die Bevölkerungsdichte ist die niedrigste Südamerikas und beläuft sich auf nur 8,6 Personen pro Quadratkilometer (vgl. Pampuch / Echalar 2009: 14).

In Bolivien werden mehr als dreißig Sprachen gesprochen, wobei Spanisch die überregional bedeutendste Sprache ist. Bereits 1976 gaben 83 Prozent der Bevölkerung an, Spanisch zu sprechen, 42 Prozent beherrschten darüber hinaus keine weitere Sprache. In der letzten Erhebung von 2001 erklärten etwa 74 Prozent der rund 3,7 Millionen Sprecher_innen indigener Sprachen, zusätzlich Spanisch zu beherrschen und bilingual zu sein (vgl. Klein 2011: 280). Neben den beiden „großen“ indigenen Sprachen, Aymara und Quechua, die ca. 37 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache erlernen, werden...

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