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Die volkswirtschaftlichen Kosten gefährlichen Konsums

Eine theoretische und empirische Analyse für Deutschland am Beispiel Alkohol, Tabak und Adipositas

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Tobias Effertz

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist übergewichtig oder krankhaft fettleibig, fast ein Drittel raucht und der deutsche Alkoholkonsum erreicht im internationalen Vergleich Höchstwerte. Diese Konsummuster schädigen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Familien und in großem Umfang die deutsche Sozialversicherung. Für die Höhe der Kosten des gefährlichen Konsums gab es bisher nur unvollständige Schätzungen. Dieses Buch bietet in einer bisher nicht erreichten Genauigkeit und mithilfe umfangreicher statistischer Analysemethoden eine vollständige Zusammenfassung der Auswirkungen und Kosten der ungesunden Konsumweisen von Alkohol, Zigaretten und Nahrungsmitteln in Deutschland. Es beantwortet die Frage, ob und wie stark Rauchen, Alkohol und Adipositas die einzelnen Sozialversicherungen wie Renten- und Krankenversicherungen belasten und in welchem Umfang Ehepartner und Kinder mitbetroffen sind. Es wird nachgewiesen, dass die gefährlichen Konsumverhaltensweisen hohe Kosten für Betroffene und die Gesellschaft verursachen, die Änderungen zum Schutz der sozialen Sicherungssysteme unabdingbar machen.
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4 Soziale Kosten

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4Soziale Kosten

Gefährlicher Konsum verursacht negative Konsequenzen für den Konsumenten und seine Umwelt, im Sinne einer monetären Quantifizierung also Kosten. Die Beratungsfirma Arthur D. Little (2001) quantifizierte im Auftrag der Zigarettenfirma Philip Morris in der Tschechischen Republik die Kosten des Rauchens und kam zu dem Ergebnis, dass für den tschechischen Staatshaushalt durch das Rauchen eine Entlastung von 5,8 Mio. tschechischen Kronen resultiere, die sich im Wesentlichen mit der höheren Mortalität der Raucher begründen ließ. Die direkt aufkommenden ethischen Bedenken und bestehenden methodischen Mängel der Studie einmal ausgeklammert112, findet eine solche Analyse große Beachtung in politischen Entscheidungsprozessen, da sie die fiskalische Sicht des Staates nicht die der Gesellschaft einnimmt. Der Staat hat gemäß der neuen Institutionenökonomik ein eigenes Interesse, seine finanziellen Einnahmen zu maximieren. Mit anderen Worten muss in Kostenanalysen auch stets berücksichtigt werden, wer welche Kosten trägt.

Es erscheint daher zweckmäßig, zunächst den in den Wirtschaftswissenschaften oft gebrauchten Begriff der „Sozialen Kosten“ einzuführen und anhand dessen die Auswirkungen gefährlichen Konsums zu verdeutlichen. Der Begriff der „Sozialen Kosten“ existiert in der ökonomischen Literatur – in seiner frühesten publizierten Verwendung – seit dem Aufsatz des Ökonomen Arthur Cecil Pigou (1920). Er wird verwendet um herauszustellen, dass bei der individuellen Entscheidung über den Konsum eines bestimmten Gutes lediglich Teile der aus dem Konsum resultierenden Kosten für den Kostenverursacher – das konsumierende Individuum – eine Rolle im Bewertungskalkül spielen. Damit stellt der Begriff der...

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