Show Less
Restricted access

«Denken und Handeln.» Philosophie und Wissenschaft im Werk Johann Gottlieb Fichtes

Akten der Interdisziplinären Fichte-Konferenz der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 13. November 2014 anlässlich des 200. Todestages des Philosophen im Rathaus Berlin-Mitte

Hans-Otto Dill

Der Sammelband enthält die zwölf Referate der multidisziplinären Fichte-Konferenz der Berliner Leibniz-Sozietät vom 13. November 2014 über die Ansichten dieses vielseitigen Denkers zu Philosophie und Einzelwissenschaften, besonders zu Pädagogik, Ökonomie, Geschichte, Philosophiegeschichte, Politologie und Naturwissenschaften. Die Beiträge verdeutlichen u. a. erstmals den für Fichte charakteristischen Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln, den eminenten Praxischarakter seiner Philosophie sowie seine revolutionierende Entdeckung der Trinität Subjekt, Selbst und Ich. Neben der Genesis wird die Rezeption und Weiterentwicklung seines Denkens bis hin zum Existentialismus und zum naturwissenschaftlichen Subjektbegriff der modernen Informatik dargestellt.
Show Summary Details
Restricted access

Fichte und Kant – Gemeinsames und Gegensätzliches – Nicht nur Randprobleme

Extract



Der 1762 im sächsischen Rammenau geborene und 1814 im preußischen Berlin verstorbene und unmittelbar neben Hegel bestattete Johann Gottlieb Fichte gehört mit dem in Königsberg geborenen und auch dort begrabenen Immanuel Kant zum Dreigestirn klassisch-bürgerlicher Philosophen deutscher Zunge, deren Erkenntnisse mit ihrer bis in die Gegenwart reichenden internationalen Ausstrahlungskraft noch lange nicht aufgebraucht sind. Sie provozieren heutzutage kaum weniger zum Nachdenken als vor zweihundert Jahren. Das spricht für Fichte, freilich auch gegen uns und unsere Gesellschaft…

Der nach Schulbesuch die Naumburger Schulpforta absolvierende und sodann als „Bettelstudent“ in Jena und Leipzig Theologie studierende, auch juristische Collegia hörende Fichte musste aus sozialer Not das Studium abbrechen und verdingte sich in den nächsten zehn Jahren als Hauslehrer hier und dort, unter anderem in Leipzig, Zürich, Warschau und Danzig, häufig zu Fuß reisend, zuweilend auch seine Kleidung versetzend, und Bettelbriefe schrieb er auch. Als er sich im Sommer 1790 für eine Unterrichtung in Kantischer Transzendentalphilosophie verpflichten ließ, warf er sich in sie wegen des Broterwerbs; doch als er bei Kants Kritik der praktischen Vernunft angelangt war, begann für ihn, so seine eigenen Worte: eine „neue Welt“. Er begab sich schließlich auch nach Königsberg und übersandte am 18. August 1791 Kant, dem er alle seine Überzeugungen verdanke, seinen frischgeschriebenen Versuch einer Critik aller Offenbarung. Zwei Wochen später wagte er in einem weiteren Brief die Frage, ob Kant ihm, der nur noch zwei Dukaten besitze, die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.