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Gibraltar im 18. Jahrhundert

Die Formung einer multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft in der Frühen Neuzeit

Jochen Hausmann

Das Buch beschäftigt sich mit bislang wenig erforschten gesellschaftlichen Entwicklungen der Frühen Neuzeit in Gibraltar, der letzten Kolonie auf dem europäischen Kontinent. Seit der Eroberung im Spanischen Erbfolgekrieg 1704 entwickelte sich dort im Schatten der britischen Garnison und isoliert vom meist feindlichen spanischen Umland eine einzigartige und funktionierende Zivilgesellschaft aus Katholiken, Protestanten und Juden. Die Wurzeln dieser Gesellschaft, die heute über eine starke eigene Identität verfügt, liegen im 18. Jahrhundert – also in einer Zeit, in der die britische Politik nicht gerade durch Toleranz gegenüber Katholiken und Juden gekennzeichnet war.
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10. Fazit

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10.Fazit

Ausgangspunkt für die Bildung einer neuen Zivilbevölkerung Gibraltars war sicherlich der Exodus der spanischen Bevölkerung im August 1704. In der Folge mussten die Gouverneure Gibraltars schon allein im Hinblick auf den hohen Bedarf an Arbeitskräften versuchen, Zivilisten nach Gibraltar zu locken. Dass diese, insbesondere nach der Abtretung Gibraltars an Großbritannien im Frieden von Utrecht 1713, nach Möglichkeit britische Protestanten sein sollten, änderte nichts daran, dass sich diese britische Wunschvorstellung nicht erfüllen sollte. Waren doch die Bedingungen für Migranten in Gibraltar gerade im 18. Jahrhundert denkbar schlecht. Neben der latenten Gefahr eines spanischen Angriffes auf Gibraltar, das im 18. Jahrhundert immerhin noch drei Mal von einer spanischen Belagerung verwüstet werden sollte, gehörten auch hohe Lebenshaltungskosten484 und die räumliche Beengtheit Gibraltars zu den Gegebenheiten, mit denen sich Migranten in Gibraltar arrangieren mussten. Zudem kamen Zivilsten in der Garnisonsstadt Gibraltar nur sehr wenige zivile Freiheiten zu und auch wirtschaftlich entwickelte sich Gibraltar bei Weitem nicht so positiv, wie ursprünglich mit der Erklärung Gibraltars zum Freien Hafen erhofft, so dass die Anziehungskraft Gibraltars für Zivilisten im 18. Jahrhundert eher gering war.

Hinsichtlich der Auswahl an Migranten konnten die ersten Gouverneure Gibraltars auch mangels britischer Zuwanderung also kaum wählerisch sein. In der Folge entstand eine neue Zivilbevölkerung aus Katholiken, Juden und Protestanten. Diese entwickelte sich während des 18. Jahrhunderts zu einer funktionierenden Gesellschaft, die den britischen Gouverneuren trotz des großen Anteils an...

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