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Strategie Zukunft und Welt

Zur Bedeutung eines ontologischen Begründungskonzeptes nachhaltigen Handelns und Verantwortens

Johanna Henrich

Der Weg in ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Diesen trotz gesellschaftlicher Unterschiede, wirtschaftlichen Anspruchs und persönlicher Interessen gangbar zu machen, erfordert eine Begründungsstrategie, die hinter Wirtschaft und Gesellschaft zurückgeht bis an die Wurzel des Menschen. Die «Strategie Zukunft und Welt» findet eine Grundlage dazu in Hans Jonas’ ontologischem Konzept, das im Zentrum seiner Verantwortungsethik steht. Das vorliegende Buch weist seine Leistungsfähigkeit zur Grundlegung einer Ethik für die moderne globalisierte Welt auf, die eine unabweisbare Begründung des Wertes des Lebendigen erbringt und nachhaltiges Handeln zur unbedingten menschlichen Aufgabe erhebt.
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III. Unverzichtbarkeit der ontologischen Fundierung für die Theorie mit Jonas’ Zeugnissen hinsichtlich dessen

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III. Unverzichtbarkeit der ontologischen Fundierung für die Theorie mit Jonas’ Zeugnissen hinsichtlich dessen

Der erste über alles nachfolgende entscheidende Begriff, der vor Beginn seiner Herleitung der Verantwortungsethik für Jonas feststeht, ist sein Naturbegriff. Ihn erarbeitete er in den vorhergehenden Jahren in seiner Biophilosophie, deren Aspekte und Teilbereiche in der Aufsatzsammlung „The Phenomenon of Life“ 1966 erstmals zusammengefasst veröffentlicht wurden. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen Entwurf, in dem die „Natur“ besonders durch das ihr inhärente Lebensprinzip verstanden wird. Sie zeichnet sich für Jonas durch die Eigenschaften des Lebendigen aus, ist deshalb dynamisch, gerichtet und weist Tendenzen auf, obwohl nicht alles in ihr lebendig ist. „Natur“ ist nicht nur Bestand und Inbegriff einer Menge, sondern ein wohlgeordnetes System unter einem Prinzip.

Die Sichtweise der modernen Naturwissenschaft weist Jonas dabei als fortschrittlichen Denker aus. Jahrzehnte nach seinem Konzeptentwurf ist deutlich geworden, welche immense Bedeutung dem systemischen Charakter der Natur und ihrer inneren Dependenzen in der Vernetzung der Lebewesen mit anderen und dieser Anderen untereinander zukommt.

Jonas versteht aber diese Vernetzung der Lebewesen nicht als das maßgebliche Prinzip der Natur. Vielmehr muss man sie als Folge ihres Prinzips sehen, das im Leben (und in der Folge daraus in allen einzelnen Lebewesen) in besonderer Weise zum Ausdruck kommt. Die Evolution macht für ihn deutlich, dass in der Natur eine Entwicklungstendenz gelegen ist, an der sich eine Form von unbewusstem Interesse innerhalb dessen, was Natur und Leben ist, ablesen lässt....

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