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Gut oder schlecht?

Urteil und Werturteil in der Musik

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Edited By Claudia Maurer Zenck and Ivana Rentsch

Gut oder schlecht? – Die Frage nach dem Werturteil in der Kunst und insbesondere in der Musik steht im Zentrum des Sammelbandes. Die Befähigung zum Urteil war das ausschlaggebende Argument für die Etablierung einer deutschsprachigen Musikwissenschaft im späten 19. Jahrhundert. Der Impuls des Menschen zum Werturteil ist allerdings auch in späteren Generationen nicht einfach aus Musik und Musikwissenschaft verschwunden: Davon legen die ideologisch aufgeladenen Debatten der Nachkriegszeit ebenso Zeugnis ab wie die impliziten und expliziten Werturteile der Fachliteratur bis heute. In den Beiträgen des Bandes wird der Bogen von methodischen Überlegungen über historische Fallbeispiele bis hin zum Umgang mit zeitgenössischer Kunst gespannt.
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Hans Rott und die Mechanismen der Kunstkommunikation

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Tobias Janz

Hans Rott und die Mechanismen derKunstkommunikation*

The composer and student of Bruckner, Hans Rott, was taken up into musical-cultural memory a few short decades ago, after a long delay and through an indirect path. This essay reconstructs the „case of Rott“ from the perspective of communication history and questions the authorities and displacements, which led first to negative, then later to positive judgements about his music. Through this it will become clear why a music-historiography without value judgements (in a strict sense) is neither sensible nor possible, which obliges historical musicology to constantly reflect on the explicit and implicit foundations of its judgements.

Klangbeispiel Hans Rott, „Symphonie E-Dur“, 3. Satz – Meine sehr geehrten Damen und Herren, was Sie eben gehört haben, waren Ausschnitte aus Hans Rotts erster Symphonie in E-Dur (1878–1880), und zwar aus deren drittem Satz „Frisch und lebhaft“. Ich möchte den Vorschlag, zu unserer Tagung etwas über den 1884 mit 25 Jahren früh verstorbenen Komponisten Hans Rott beizutragen, als Ausgangspunkt für einige metahistorische Überlegungen aufgreifen. Dabei geht es mir um eine Reflexion über die Normen, auf deren Grundlage sich das musikhistorische Bild der Figur Hans Rott heute zusammensetzt. Der Fall bietet sich aufgrund seines historisch diskontinuierlichen Verlaufes gut für eine Analyse dessen an, was ich im Titel an Niklas Luhmann anschließend als „Kunstkommunikation“ bezeichne. Davon ausgehend wird es dann etwas allgemeiner um die Frage nach der Normativität von Musikgeschichtsschreibung...

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