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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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3. Our Hunting Fathers Op. 8

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3.  Our Hunting Fathers Op. 8

Our Hunting Fathers für hohe Stimme und Orchester verdankt seine Entstehung einem Kompositionsauftrag für das Norfolk and Norwich Triennial Musical Festival von 1936 für ein symphonisches Werk.206 Der Zyklus markiert Brittens erste Zusammenarbeit mit W. H. Auden (1907–1973) außerhalb des Filmstudios. Seine Entstehung ist durch Brittens Tagebücher und Briefe gut dokumentiert207 und von Donald Mitchell ausführlich dargestellt worden;208 sie soll hier nicht im Detail wiederholt werden. Britten erwähnt das Projekt erstmals in einer Tagebucheintragung vom 2. Januar 1936: “Auden comes back here for a meal at 7.30. We talk amongst many things of a new Song Cycle (probably on Animals) that I may write.”209 Auden wählte drei fremde Texte aus, die beispielhaft die Einstellung des Menschen zu Tieren beleuchten: Er betrachte sie abwechselnd als „pests, pets, and as a means of sport“, erklärt Britten in seinem Programmhefttext zur Uraufführung.210 Das anonyme, mittelalterliche „Rats Away!“ ist eine Beschwörung zur Bekämpfung211 von Mäuse- und Rattenplagen – das Englisch wurde von Auden modernisiert. „Messalina“ und „Hawking for the Partridge“ wurden von Thomas Weelkes (1576?–1623) und Thomas Ravenscroft (1592?–um 1635) als ← 53 | 54 → Madrigale vertont. Während „Messalina“ in der Partitur von Our Hunting Fathers als anonymer Text geführt wird, ist Ravenscroft als Dichter von „Hawking for the Partridge“ angegeben. Allerdings weist weder das von Edmund Horace Fellowes herausgegebene English Madrigal Verse212 – mit dem Audens von Ravenscrofts Madrigal...

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