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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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6. Seven Sonnets of Michelangelo Op. 22

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6.  Seven Sonnets of Michelangelo Op. 22

I’ve got a sudden craze for the Michael Angelo Sonnetts [sic!] & have set about half a dozen of them (in Italian – pretty brave, but there are people here who speak good Italian, & after Rimbaud in French I feel I can attack anything! […]),573

kündigte Britten am 7. April 1940 in einem Brief aus den USA sein neuestes Zyklusprojekt an. Nach dieser Äußerung zu schließen, hätte er den überwiegenden Teil der Sonette zu diesem Zeitpunkt bereits zumindest in einer ersten Fassung fertig gehabt. Nur ein Teil der Lieder ist in der Kompositionsskizze datiert:

Diese wenigen Daten bestätigen Brittens Brief; sie zeigen auch, daß sich die Fertigstellung noch ein gutes halbes Jahr hinzog. Andere, mit Kompositionsaufträgen verbundene Projekte hatten Priorität: insbesondere die Sinfonia da Requiem, die zwischen April und Juni entstand, bis Anfang Oktober in Teilen aber nochmals überarbeitet wurde, und die Diversions für Klavier linke Hand und Orchester, die ihn von Ende Juli bis Oktober beschäftigten.575 Daß die Lieder derweil nicht vollständig ruhten, belegt eine mit dem 12. Juni 1940 datierte, nur unvollständig erhaltene frühere Fassung von Sonetto XXXII („S’un casto amor, s’una pietà superna“).

Seven Sonnets of Michelangelo ist das erste in der langen Reihe für Peter Pears komponierter Werke und der einzige Zyklus, der die Liebe zum ausschließlichen Thema hat. Die Beziehung zu dem Sänger war zu...

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