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Gegenwartskultur als methodologische Herausforderung der Kulturwissenschaft(en)

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Jürgen Joachimsthaler

Was ist das überhaupt: Gegenwartskultur? Und wie lässt sie sich erfassen? Mit diesen nur scheinbar einfachen Fragen begegnet eine als interdisziplinäres Projekt begriffene Kulturwissenschaft dem Problem ihrer Gegenstandskonstitution. Auf wechselnder Abstraktions- und Konkretisationsebene fächern die Beiträge dieses Bandes ein Feld auf, das von grundsätzlicher methodologischer Erwägung bis zu detaillierter Deskription einzelner Phänomene reicht, von der Reflexion rechtlicher wie ökonomischer Rahmenbedingungen bis zu gezielten Blicken über die Ränder national eingeschränkter Wahrnehmungsräume hinaus; unterschiedlich tief wird zur Erklärung aktueller Phänomene in Vergangenheiten geblickt, die wiederum als Geschichts- oder Erinnerungskultur selbst Teil der Gegenwartskultur sein können.
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Vom Nachdruck zum Internet. Diskursive Interdependenzen zwischen Kultur, Ökonomie und Recht

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Steffen Höhne

Vom Nachdruck zum Internet

Diskursive Interdependenzen zwischen Kultur, Ökonomie und Recht

1.   Vorbemerkungen

Die aktuelle Diskussion um die Kultur- und Kreativwirtschaft verweist auf sozioökonomisch bzw. -kulturell bedingte Verschiebungen im Verhältnis der Teilsysteme Kultur, Wirtschaft und Recht. In der Regel sind es Erfahrungen aus dem industriellen Strukturwandel und daran geknüpfte Erwartungen an die Potentiale der Kultur- und Kreativbranchen, sei es in ökonomischer, stadtgeographischer und -soziologischer oder auch allgemein gesellschaftspolitischer Perspektive, die für die aktuelle Konjunktur des Konzeptes Kultur- und Kreativwirtschaft sorgen.1 In den letzten Jahren erfolgte eine grundlegende kulturpolitische Verlagerung hin zu einer stärkeren Fokussierung staatlicher Mittel auf Repräsentation auf der einen, auf kulturwirtschaftliche Aktivitäten im Kontext einer neoliberalen New Economy auf der anderen Seite.2 Deren Einfluss ist erkennbar in der wachsenden Bedeutungszuweisung an Kreativität in der Leistungsgesellschaft3, ← 101 | 102 → der Idealisierung des freien Unternehmers (Entrepreneurs) und modernen Dienstleistungsunternehmers in postfordistischen Gesellschaften4 sowie der wachsenden Bedeutungszumessung an Kultur im Hinblick auf Freizeitgestaltung und Konsum.5 Im Ergebnis lässt sich ein generelles Eindringen ökonomischer Denkstrukturen in den öffentlichen Sektor beobachten.6

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