Show Less
Restricted access

Skandinavische bildende Kunst von 1950 bis zur Gegenwart

Series:

Edited By Brigitte Hartel and Bernfried Lichtnau

In diesem Buch präsentieren elf Autoren die Geschehnisse auf dem Gebiet der bildenden Kunst in den letzten siebzig Jahren in den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island mittels Überblicksdarstellungen und unter verschiedenen Aspekten. Dabei zeigen sich viele Gemeinsamkeiten, aber auch immer wieder Abweichungen der Länder untereinander. Ebenso werden die unumstrittene Verbundenheit und der Austausch mit der Kunst einiger Länder Kontinentaleuropas und den USA erläutert.
Show Summary Details
Restricted access

Ort und Bild: Norwegische Landschaften: Jørgen Lund

Extract

Geographisch weit entfernt von den Großmächten des frühindustriellen Europa und deren Rivalitäten: Im romantischen Sensorium des frühen 19. Jahrhunderts wird Norwegen als Alternative wahrgenommen. Als etwas, das wenig von Feudalismus, Absolutismus und urbaner Dekadenz geprägt war, konnte das Gebirgsland als nördlicher, starker Pendant zur idealisierten Alpenrepublik Schweiz erscheinen. Es bildeten sich entsprechende Idealvorstellungen von einem Volksgeist, dem das Überleben der Jahrhunderte von dänischer Dominanz gelungen war, verkörpert in der Figur des seit dem Mittelalter freien, auf eigenem Boden lebenden Bauern.1 Durch die Nationalikone von 1848 Hochzeit in Hardanger von August Tiedemand und Hans Gude, wurde dieses Norwegen – zuerst als tableau vivant im Theater, dann als Malerei – als fast arkadisches Idyll vorgeführt: Geselliges Leben auf dem heroischen Boden stolzer Vorfahren aus der Wikingerzeit, dem von Gletschern gefärbten, grün glänzenden Wasser zwischen hohen Bergen.

Heute ist schon lange ein Gemeinplatz, dass in der Gegenwartskunst nichts besonderes „norwegisches“ mehr hervorzuheben ist. Seit dem späten 20. Jahrhundert dominiert meistens Skepsis gegen die nationalromantische Tradition und ihre „Sonntagsbauer“ in dramatischen Landschaften, die als Zeichen von Chauvinismus und sozialer Ignoranz interpretiert werden. Die meisten Künstler und Kunsthistoriker wollen sich schon endgültig mit der traditionellen Projekt „Norwegische Kunst“ fertig wissen. Häufig wird beteuert, dass die wichtigsten Künstler, die norwegische Pässe haben, heutzutage meistens im Ausland leben. Der ganze Diskurs von dem besonders Norwegischen in der Kunst, der die Malerei und Kunstdebatte der jungen Nation bis in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.