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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Ein Rundgang durch das Brünn alter Tage (Persönliche Erinnerungen)

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Abb. 5 Rundgang durch das Brünn alter Tage



Gemeint ist damit die Zeit nach 1900 bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges, als unter den steinernen Mamlassen auf dem Rainerhaus am Großen Platz heitere Promenaden von flanierenden, vorwiegend jungen Menschen bis zur Johannesgasse bei schönem Wetter zwischen sechs und acht Uhr abends sich bewegten. Diese Flaniermeile, genannt A-B, bildete ein Stück ureigenstes Brünn. Ob damals bunte Studentenmützen oder die farbigen Uniformen des Militärs mitbestimmend für den Reigen waren oder später modische Zivilkleidung sie ablöste, spielte keine ausschlaggebende Rolle. Die Damenwelt führte seit eh und je ihre neuesten Modelle vor, waren es die ersten Frühlingshüte oder im Herbst die schicken Kostüme, um von den Herren der Schöpfung bewundert zu werden, ← 35 | 36 → die A-B bot Gelegenheit dazu. Nicht allein dieses, sondern der eigentliche Grund war das Kennenlernen über den Augenkontakt im Vorübergehen, ein verschmitztes Lächeln der Weiblichkeit und der Wunsch sich näherzukommen. Auf der A-B begann manche Liebe und manche Ehe wurde zwischen dem Cafe Thonet und dem „Roten Krebs“, eine Apotheke an der Johannesgasse, vorwegnehmend geschlossen. Beim Cafe Thonet in der Rennergasse begann der abendliche Bummel, der aber auch am Sonntag nach der Kirche am Vormittag nicht weniger beliebt war. Auch in den 30er Jahren, als es noch keine Computerchats gab, pflegte man den Brauch der unaufdringlichen Begegnung, der ein spannendes Gefühl der Neugierde in sich...

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