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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Auf dem Krautmarkt

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Der erste Schnee. Noch flockt es weiß und federleicht durch die unbewegte Luft, um im nächsten Augenblick in moordunkler Pfütze rettungslos zu ertrinken. Von den steilen Dächern alter Paläste und den aufgespannten Schirmen der Marktleute rieseln endlose Perlenschnüre grauweißen Tauwassers. Bleiches frostiges Dezemberlicht taucht den Tag in halbe Dämmerung.

Mit weißem Hermelin reich verbrämt ragt der monumentale Brunnen. Vor ihm drängt sich zwischen Blumen, Obst-und Gemüseständen eine Gruppe Fremder um einen Führer, der mit weithin vernehmbarer Stimme das eigenartige Kunstwerk „Parnass“ genannt, von Fischer von Erlach dem Älteren des 17. Jahrhunderts erbaut, seinen aufmerksamen Zuhörern vorstellt.

„Das also ist der Parnass!“ murmelt ein Kunstverständiger entzückt und tritt einige Schritte zurück, um die richtige Sehweite zu gewinnen.

Da stößt ihn eine kräftige Hand zurück. „Sie, passens auf! Seins verruckt?“ zetert eine grobe Stimme. „Sie zatret’n ma ja meine Blumen mit ihre schmattleten Fiß…!“

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