Show Less
Restricted access

Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
Show Summary Details
Restricted access

Der Wallfahrtsort Wranau

Extract



In einer Gegend voll landschaftlicher Schönheit liegt 11 Kilometer nördlich von Brünn der alte Wallfahrtsort Wranau, ein Lieblingsziel der Waller von weit und breit, nicht am wenigsten der Brünner.

Eine schöne Sage lässt hier den „blinden Marschall Wilhelm“ um 1240 ein Marienkirchlein erbauen, da er durch die Hilfe der heil. Jungfrau in diesen Waldesschauern sein verlorenes Augenlicht wieder gefunden; jedoch fehlen schriftliche Spuren, die die Vergangenheit des alten Ortes erhellen. Erst 1495 deutet eine Dankstiftung des Bürgers Wenzel Křiž von Eibenschütz auf die Beliebtheit des Kirchleins. 1576 wird die Heilung eines blinden Mannes aus Kroatien berichtet.

Damals war die ganze Umgebung protestantisch und die Pfarrkirche S. Barbara in Wranau durch den a-katholischen Pfarrer von Blansko, namens Absalon, verwaltet. Dieser ließ die zuströmenden Wallfahrer durch seine Pfarrlinge misshandeln, verbarg das Marienbildnis und zerstörte das kleine Kirchlen. Auch das Weihwasserbecken ließ er aus dem Heiligtum reißen und den Bergabhang hinunterkollern. Drei Tage danach soll Absalon erblindet sein. 1608 erzählt der Brünner Kanonikus Matth. Petrasius von der Heilung der blinden Christine Strobel, eines protestantischen Brünner Mädchens, das sich vertrauensvoll um die Fürbitte Mariens beworben.

Der Türkenbesieger Max von Liechtenstein und dessen Gemahlin Katharina, geborene von Boskowitz, förderten seit 1617 die Verherrlichung des Gnadenortes und ließen die baufällige Marienkirche 1622 - 1624 durch den Brünner Baumeister Andreas Ernau mit großem Aufwand neu erbauen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.