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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Erinnerungen

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Von Kuriositäten und anheimelnden Gasthäusern

Es müssen nicht immer großartige Bauwerke und säkulare Ereignisse sein, die einer Stadt das besondere Gepräge geben, mitunter sind es Nebensächlichkeiten oft sogar „Kuriosa“, die der Nachwelt ein verständnisvolles Lächeln entlocken.

Neugierig, wie Kinder sind, pirschten sich die Kleinen durch das enge Gassel, um im alten Rathaus den Lindwurm zu besichtigen. Mit Gruseln hörten sie die Sage vom listigen Ritter, der das Untier erledigte, das gierig den in ein Kalbfell gehüllten Brocken ungelöschten Kalkes fraß. Dann stillte das Vieh seinen Durst mit einem Trunk aus dem Bache; der Kalk brauste auf, so dass der Bauch des Tieres platzte. So hatte der kluge Mann die Bedingungen erfüllt, er hatte das Land befreit von dem gefräßigen Ungeheuer. Die Brünner Ratsherrn sorgten dafür, dass der ausgestopfte Lindwurm der Nachwelt erhalten blieb. Er hängt jetzt an der Decke in der Einfahrt zum Alten Rathaus.

Am Turm der St. Jakobskirche war eine Steinfigur zu finden, die nicht zur ehrfürchtigen Haltung der gotischen Heiligen und Mätyrer passte. Denn sie zeigte dem Betrachter nicht ein erhabenes Antlitz, sondern lediglich den Rücken und das gerundete Hinterteil. Die Spötter deuteten die Plastik als eine Anspielung auf den Streit, der einst zwischen den Kleriker der Peters – und Jakobskirche über ausständige Gebührnisse geherrscht hatte, so kam das „unartige Männlein“ zu seinem Namen.

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