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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Meine Schulzeit in Brünn

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Von einem der Klassenräume der Staatsrealschule in der Johannesgasse, dem Bat‘ahaus eng gegenüberliegend, hatte man Blickkontakt mit dem Personal, jungen weiblichen Angestellten, deren freundliche Reaktion Fröhlichkeit bei den angehenden Maturanten (Abiturienten) hervorrief.

Der ehemalige Schlager „Das gibt es nur in Texas“ erklingt im Ohr, wenn man daran denkt wie während des Unterrichts, es war im Jahr 1941 an der besagten Staatsrealschule, ein Schüler zur hinteren Tür des Klassenzimmers hinausschleichen konnte, um vom nebenan befindlichen Bat‘ahaus aus der Restauration Sandwiches besorgen, wieder diskret in das Klassenzimmer eintreten und Platz zu nehmen, und die Ware unter der Bank für die bezahlenden Mitschüler zu verteilen. Der dozierende Professor drückte oftmals ein Auge zu und tat als hätte er nichts bemerkt. Doch einmal als es ihm zu bunt wurde, sagte er zu einem heimlich Kauenden: „Fressen’s ma nit im Unterricht!“ – Der so Angesprochene stand auf, denn er war höflich, und bot dem guten Mann auch ein Sandwich an: „Herr Professor, wolln’s auch eins?“ Ein wenig hat er sich geziert, aber er griff zu. No, das war Brinn. Schließlich waren hungrige Kriegszeiten.

Überhaupt war die Zeit der reichsdeutschen Besetzung und der Kriegseintritt auch eine Zeit, in der das Lernen hintangestellt wurde. Die Verlockung, durch vorzeitigen freiwilligen Eintritt in die Wehrmacht, das sogenannte Kriegsabitur auch ohne Prüfung erhalten zu können, war für manchen jugendlichen Heißsporn zu groß. Zudem konnte man den Arbeitsdienst...

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