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Satzmodusmarkierung im europäischen Sprachvergleich

Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen mit einem typologischen Ausblick auf andere europäische Sprachen

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Attila Péteri

In seiner stark überarbeiteten und ergänzten Habilitationsschrift vergleicht der Autor die Markierung der Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen vor dem Hintergrund weiterer sieben europäischer Sprachen. Diese sind Latein, Englisch, Italienisch, Russisch, Finnisch, Türkisch und Albanisch. Das oberflächensyntaktische und kontrastiv-deskriptive Verfahren basiert auf umfangreichen empirischen Korpusuntersuchungen. Berücksichtigt werden vor allem Wortstellungsstrukturen, Partikelgebrauch, Interrogativphrasen, Questiontags, intonatorisch-prosodische Merkmale sowie deren Kombinationen.
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1 Theoretischer Hintergrund

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1.1 Die Kategorie Satzmodus

Sätze sind laut IDS-Grammatik „Einheiten des sprachlichen Ausdrucks und als solche formale Gebilde“ (Zifonun/Hoffmann/Strecker 1997:597), denen in einer kommunikativen Situation eine kommunikative Leistung zugeschrieben werden kann. „Nur im Hinblick auf die Leistung, die mit solchen Einheiten im Zuge sprachlicher Interaktion zu erbringen ist, können sie überhaupt als Grundeinheiten für eine grammatische Analyse erkannt werden“ (ebenda).

Der Satzmodus verbindet die Formseite des Satzes mit der Funktion (vgl. Altmann 1987:23) bzw. mit der Leistung der Sätze in der sprachlichen Interaktion. Er ist auf der Schnittstelle zwischen Grammatik und Pragmatik zu definieren. Definitorische Schwierigkeiten ergeben sich daraus, dass Fragen nach dem Verhältnis des Satzmodus zum formal-grammatisch definierbaren Satztyp einerseits sowie zum handlungstheoretisch definierbaren Illokutionstyp andererseits in der Fachliteratur oft nicht nur unterschiedlich beantwortet, sondern je nach dem hintergründigen Theoriegebäude auch auf unterschiedliche Weise gestellt werden. In modular kognitiven Ansätzen werden zwei unabhängige Kenntnissysteme postuliert, die miteinander interagieren und deren Wechselwirkung mit einem eigenen Regelsystem beschreibbar ist. Bierwisch (1979, 1980) betrachtet die propositionale Grundeinstellung des Sprechers als Element eines unabhängigen kognitiven Systems, das keine direkte Zuordnung zu einem Element der grammatischen Struktur bzw. dem Illokutionstyp aufweist. Harnish (1994) postuliert sog. Verträglichkeitsbedingungen, durch die das Illokutionspotential eines Satzmodus aus seiner semantischen Grundeinstellung ableitbar ist. Holistische Erklärungsansätze basieren auf der Indirektheitstheorie von Searle (1979). Searle betrachtet diejenigen Realisierungen illokutiver Akte als direkt, bei denen der illokutionäre Zweck aus der Bedeutung...

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