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Satzmodusmarkierung im europäischen Sprachvergleich

Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen mit einem typologischen Ausblick auf andere europäische Sprachen

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Attila Péteri

In seiner stark überarbeiteten und ergänzten Habilitationsschrift vergleicht der Autor die Markierung der Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen vor dem Hintergrund weiterer sieben europäischer Sprachen. Diese sind Latein, Englisch, Italienisch, Russisch, Finnisch, Türkisch und Albanisch. Das oberflächensyntaktische und kontrastiv-deskriptive Verfahren basiert auf umfangreichen empirischen Korpusuntersuchungen. Berücksichtigt werden vor allem Wortstellungsstrukturen, Partikelgebrauch, Interrogativphrasen, Questiontags, intonatorisch-prosodische Merkmale sowie deren Kombinationen.
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Statt eines Vorwortes: in medias res

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Statt eines Vorwortes:in medias res

Die Satzmoduskategorie kann zunächst als eine semantische Grundkategorie des Satzes, als eine inhärente und konstitutive Komponente der Satzbedeutung angesehen werden. Sätze zeichnen sich unter anderen syntaktischen Strukturen wie etwa Wortbildungskonstruktionen oder Phrasen dadurch aus, dass sie über einen Satzmodus verfügen. Dadurch wird der Satz fähig, in einer Äußerungssituation eine illokutive Handlung des Sprechers zu realisieren. Die Satzmoduskategorie kann die prototypischen illokutiven Realisierungen festlegen, so gibt es zwischen dem Deklarativsatz und der Mitteilungshandlung oder dem Interrogativsatz und der Fragehandlung einen deutlichen Häufigkeitszusammenhang. Es gibt aber auch Diskrepanzen: Mit einem Deklarativsatz kann auch eine Frage gestellt oder eine Aufforderung vollzogen werden oder mit einem Interrogativsatz etwas mitgeteilt oder auch eine Aufforderung realisiert werden. In bestimmten Fällen, in denen der Modus eines Satzes mit formal-grammatischen Mitteln nicht ausreichend oder eventuell konkurrierend markiert wird, kann sogar das im konkreten Äußerungszusammenhang erkannte illokutive Ziel des Sprechers auf die Identifizierung des Satzmodus zurückwirken (vgl. z.B. Kurzausdrücke wie Herein!).

Satzmodus wird ferner auf eine komplexe Weise markiert, durch das Zusammenspiel mehrerer formaler Ausdrucksmittel, die auf verschiedenen Ebenen des Sprachsystems anzusiedeln sind. Altmann (1987:25ff. und 1993a:1011ff.) unterscheidet die morphologische, kategoriale, syntaktische und intonatorische Markierung. Diese entsprechen gerade den vier Beschreibungsebenen der Grammatik: der morphematischen, der lexikalisch-kategorialen, der syntaktischen und der suprasegmentalen Ebene. Die Satzmodusmarkierung eines konkreten Satzes ist immer das Ergebnis der komplizierten Wechselwirkung dieser Ebenen. In jeder Sprache gibt es zahlreiche Konstellationen dafür,...

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