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Bundesdeutsches Wortgut in der österreichischen Pressesprache

Von «Abitur» bis «Zicken-Zoff»

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Inés Pichler

Die Autorin untersucht die Einflüsse der bundesdeutschen Sprache auf die österreichische (Presse-)Sprache. Sie zeigt, welche Funktionen bundesdeutsches Wortgut im österreichischen Deutsch erfüllt und wie aus der produktiven Verwendung bundesdeutscher Elemente neue Ausdrucksmöglichkeiten entstehen. Das Buch stützt sich auf die erste groß angelegte korpuslinguistische Untersuchung zu diesem Thema und ergänzt die Forschung zum Verhältnis österreichisches/bundesdeutsches Deutsch um eine weitere Facette. Damit dient es auch als Grundlage für weitere Studien.
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3 Stand der Forschung

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3.1 Das plurizentrische Konzept

Eine Arbeit über den Einfluss von bundesdeutschem Wortgut auf die östereichi- sche (Presse)sprache fokussiert den binnensprachlichen lexikalischen Austausch: Welche Wörter werden in der österreichischen Pressesprache verwendet, die (noch) als fremd, ungewöhnlich empfunden und gleichzeitig einer anderen, bundesdeutschen Region des deutschen Sprachraums zugeschrieben werden?

Diese Fragestellung impliziert erstens die Vorstellung von nationalen Varietäten, die prinzipiell voneinander abgrenzbar sind. Dieser Zugang zum Varietätensystem ist nicht ganz unproblematisch, da die großen Dialektgruppen die Lexik weit mehr prägen als das politische, verwaltende System. Eine staatliche Sicht liegt aber insofern nahe, als der Untersuchungsgegenstand selbst, die Pressesprache, staatlich abgrenzbar ist: Die untersuchten Printmedien sind national oder regional, jedenfalls also für die österreichische oder eine kleinräumigere Leserschaft produziert. Eine Untersuchung derselben orientiert sich folglich automatisch am Sprachduktus der heterogenen österreichischen Sprechergemeinschaft.

Zweitens geht diese Untersuchung von der Existenz einer (nationalen) Standardvarietät aus, von der die Pressesprache Gebrauch macht. Eine Standardvarietät ist von nicht-standardsprachlichen Varietäten unterscheidbar.

Drittens ist das Verhältnis dieser nationalen Standardvarietäten nicht symmetrisch. Das Ungleichgewicht äußert sich in der an den mächtigeren Nationen orientierten Sprecherhaltung. Attitüden sind daher starke Einflussfaktoren auf die gegenseitige Beeinflussung von Standardvarietäten.

Wie diese Konstituenten der Plurizentrik in der modernen Forschung diskutiert werden, ist Thema des folgenden Abschnitts.

3.1.1 Nationale Varietäten

Deutsch wird, wie viele andere Sprachen auch (in Europa Englisch, Franz...

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