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Transkulturelles Lernen

Literarisch-pädagogische Ansätze

Nadjib I. Sadikou

Die gegenwärtige verstärkte Migrationsdynamik sowie die damit einhergehende Diversifizierung der Weltgesellschaft statuieren eines: Unsere Lebenswelten sind so vielfältig wie nie zuvor geworden. In dieser Hinsicht werden Begriffe wie Integration, Inklusion oder Wertewandel besonders insistent gefordert. Aufgrund dessen hat der Diskurs über transkulturelles Lernen nicht nur eine wissenschaftliche Relevanz, sondern vordergründig auch eine gesellschaftspolitische. Das Buch analysiert die Inszenierung transkultureller bzw. transreligiöser Zusammenhänge in literarischen Texten und beleuchtet ihr pädagogisches Potential.
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Kapitel IV: Transkulturelle Kompetenz: Schule und Gesellschaft im Fokus

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Kapitel IV:  Transkulturelle Kompetenz: Schule und Gesellschaft im Fokus

„Sinnig zwischen beiden Welten Sich zu wiegen lass ich gelten; Also zwischen Ost- und Westen Sich bewegen sei zum Besten!“224 (Johann Wolfgang Goethe)

Im Folgenden wird der Fokus transkulturellen Lernens u. a. auf den schulischen Kontext gelegt. Denn Schule ist bekanntermaßen neben der Familie die Instanz, welche das Heranbilden und die Integration von Kindern und Jugendlichen in die Gesellschaft sukzessive vorbereitet. Schule ist demnach ein bewährtes Probierfeld für Horizonterweiterungen und Bereicherungen an Perspektiven und somit ein Ort der Ent-Fundamentalisierung. Dass die Kultusministerkonferenz vom 25.10.1996 zum Thema „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ ausdrücklich einen grundlegenden Perspektivenwechsel empfiehlt, ist kein Zufall, sondern folgt einer konsequenten Reaktion auf die Internationalität unserer heutigen Welt. Dort heißt es unter Punkt 1 „Ausgangslage“: „Das ausgehende 20. Jahrhundert ist von einer zunehmenden Internationalisierung geprägt; ökonomische, politische und soziale Entwicklungen vollziehen sich in hohem Maße in weltweiten Bezügen. Lösungen für Schlüsselprobleme erscheinen nur noch im Bewusstsein einer Welt tragfähig.“225 Interessant und wichtig für unseren Ansatz des transkulturellen Lernens ist hier das Plädoyer für das „Bewußtsein einer Welt“. Dies impliziert keineswegs Homogenität, sondern lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Differenzen, die zwar nicht verschleiert, aber auch nicht verabsolutiert werden dürfen. Auch die von der EU geförderten großen Austauschprogramme wie COMENIUS oder Erasmus Mundus legen einen Fokus auf interkulturelle Öffnung und haben eine Verbreitung...

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