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Der Verleger Johann Friedrich Cotta (1764–1832) als Kulturvermittler zwischen Deutschland und Frankreich

Frankreichbezüge, Koeditionen und Übersetzungen

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Annika Haß

Johann Friedrich Cotta war nicht nur der Verleger Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich Schillers, sondern zu seiner Zeit auch einer der bedeutendsten Kulturvermittler zwischen Deutschland und Frankreich. Annika Haß analysiert in ihrem Buch vor allem sein Verlagsprogramm, wobei der Schwerpunkt auf den Werken mit Frankreichbezug liegt. Basierend auf Kulturtransferforschung, Buchgeschichte und Übersetzungsforschung werden die Bücher (Koeditionen, Übersetzungen, französischsprachige Publikationen, Werke mit thematischem Frankreichbezug) in chronologischer und thematischer Perspektive analysiert. Darüber hinaus illustrieren Fallstudien zu den für Cotta tätigen Übersetzern und Koeditoren wie Albrecht Lebret, Theodor von Haupt oder Joseph von Theobald die zeitgenössische Übersetzungstätigkeit.
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8. Schlussteil

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Johann Friedrich Cotta war nicht nur der Verleger deutscher Klassik, sondern auch Kosmopolit. Nicht nur in seinen erfolgreichen und renommierten Zeitungen und Zeitschriften wie der Allgemeine[n] Zeitung oder dem Morgenblatt für gebildete Stände wurde über andere Staaten und Länder durch Auslandskorrespondenten berichtet, sondern auch in seinem Verlagsprogramm finden sich zahlreiche Bezüge zu anderen Ländern. Eine systematische Analyse der Verlagsbibliographie Cottas unter der Berücksichtigung sämtlicher Publikationen, ebenso der Periodika mit internationaler Ausrichtung und Berichterstattung, ergab einen Anteil von etwa 1/5 an Werken (die verlegten, geplanten und in Kommission bezogenen Titel eingeschlossen) mit thematischem Frankreichbezug. Im Vergleich zu Werken in lateinischer Sprache und lateinischen Sprachlehrwerken (ca. 1/15), Werken mit Englandbezug sowie zur englischen Sprache (ca. 1/25) und Werken mit thematischem Italienbezug sowie zur italienischen Sprache (ca. 1/32) nehmen die thematischen Frankreichbezüge also eine herausragende Stellung ein.760

Diese Frankreichbezüge können unterschiedlicher Art sein. Zum einen verlegte Cotta Koeditionen mit in Frankreich ansässigen Verlegern. Diese Koeditionen sind vor allem über längere Zeiträume von mehreren Jahren erschienen, was auf einen langen und intensiven Kontakt mit Cotta hinweist. Zu ihnen gehören nicht nur Monographien, sondern auch Periodika wie der langlebige Almanach des Dames (1801/02–1840). Die Sprache dieser in Kooperation verlegten Werke ist zu über der Hälfte französisch und nur zu etwa einem Viertel deutsch. Teilweise erschien die französische Ausgabe eines Werkes in Koedition und eine deutsche Übersetzung bei Cotta in eigener Regie, was...

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