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Lesen und Lesedidaktik aus linguistischer Perspektive

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Edited By Iris Rautenberg and Tilo Reißig

Der Sammelband thematisiert Lesen aus linguistischer Perspektive. Dabei werden die verschiedenen Ebenen der sprachlichen Strukturen einzeln in den Blick genommen. Die Rolle der Morphologie für den Leseprozess wird ebenso diskutiert wie die Funktion syntaktischer Markierungen. Weitere Beiträge geben Einblicke in die Prozessebene des Wortlesens oder thematisieren die Typographie und ihre Bedeutung für den Leseprozess. Das Buch stellt die Ergebnisse aktueller empirischer Forschung mit Lernern der Primar- und Sekundarstufe sowie mit literaten Erwachsenen vor. Alle Beiträge diskutieren die Untersuchungsergebnisse auf der Folie schriftlinguistischer Modellierungen. Dabei werden die didaktischen Implikationen sowie die Relevanz für den schulischen Unterricht stets im Blick behalten.
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Einsichten in morphologische Strukturen als Grundlage für die Entwicklung der Dekodierfähigkeit

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0Einleitung

Das schnelle und mühelose Textverstehen ist u.a. von der Entwicklung basaler Lesefähigkeiten,1 wie z.B. der Dekodierfähigkeit, abhängig. Noch in der Sekundarstufe I verfügen schwache Leserinnen und Leser häufig über so eingeschränkte basale Lesefähigkeiten, dass ihnen das Verstehen altersangemessener Texte nur unzureichend gelingt (cf. Artelt/Schiefele/Schneider 2001; Nix 2011). Diesem Problem wendet sich die Deutschdidaktik in den letzten Jahren verstärkt zu, indem sie Ansätze zur Förderung basaler Lesefähigkeiten entwickelt, erprobt und evaluiert.

Die Bedeutung der konstituierenden Merkmale des jeweiligen Schriftsystems ist für diesen Lernprozess inzwischen zwar erkannt, aber in entsprechenden Förderansätzen bislang wenig berücksichtigt worden. Ein erster empirischer Zugang zu diesem Desiderat aus deutschdidaktischer Perspektive soll deshalb in diesem Beitrag vorgestellt und in seiner Reichweite für die lesedidaktische Modellierung von schriftsystembezogenen Lernangeboten diskutiert werden. Dazu soll zunächst auf den Forschungsstand zum Zusammenhang von Schriftsystem und Lesenlernen, insbesondere im Vergleich des deutschen und englischen Schriftsystems und seines Erwerbs, eingegangen werden. Eine Gegenüberstellung dieser beiden Schriftsysteme bietet sich an, da die ihnen zugrundeliegenden Schreibprinzipien einerseits vergleichbar sind, sich aber andererseits in ihrer Wirkungsweise z.T. erheblich unterscheiden (cf. Fuhrhop/Barghorn 2012: 135 f.; cf. Abschnitt 1 ← 17 | 18 → in diesem Beitrag). Anschließend werden Anlage und einzelne Ergebnisse einer Studie vorgestellt und diskutiert, die zum Ziel hatte, Schülerinnen und Schülern durch Einsichten in die orthographisch-morphologische Struktur des Deutschen die Entwicklung ihrer Dekodierfähigkeit zu ermöglichen.2

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