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Aktienemissionen über das Internet – eine Gefährdung des Anlegerschutzes?

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Christoph Rodenhäuser

Die Arbeit vergleicht den Anlegerschutz bei mittels Internet durchgeführten Aktienemissionen mit demjenigen bei herkömmlichen Aktienemissionen. Dabei erfolgt eine eingehende Analyse der bei Eigen- sowie Fremdemissionen durch in- und ausländische Emittenten anwendbaren anlegerschützenden Vorschriften des Zivil-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrechts. Die Arbeit gelangt zu dem Ergebnis, dass aufgrund der Nichtanwendbarkeit wesentlicher kapitalmarktrechtlicher Vorschriften bei einer Eigenemission ein verringerter Anlegerschutz besteht. Aufgrund der mit der Nutzung des Internets verbundenen Internationalität erwachsen bei allen Emissionsformen weitere Risiken im Hinblick auf die Rechtsanwendung und -durchsetzung.
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Zweiter Teil: Wertpapieremissionen über das Internet – virtuelle Emissionshäuser

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Im ersten Teil der Arbeit wurde dargestellt, welche Anlegerschutzmechanismen bezüglich des Aktienerwerbs bei einer inländischen „Offline“-Bank bestehen. Im zweiten Teil soll nun der Frage nachgegangen werden, welche Auswirkungen der Einsatz des Internets als Vertriebsweg für Wertpapieremissionen auf den Anlegerschutz zeitigen. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Betrachtung ausländischer Emissionshäuser zu legen sein.

1.  Abschnitt: Einsatzmöglichkeiten einer Internetemission zur Platzierung nach Marktsegmenten

Zur Nutzung des Vertriebsweges „Internet“ für eine Fremdemission haben sich im Wesentlichen zwei Einsatzmöglichkeiten herausgebildet: die Internet-Distribution traditioneller Banken847 und die Bildung von Internet-Emissionshäusern848, die von etablierten Banken unabhängig sind. Während erstere Gruppe das Internet im Wesentlichen als zusätzlichen Vertriebsweg für börsennotierte Wertpapiere nutzt849, sind einige virtuelle Emissionshäuser auf die Platzierung kleinerer Emissionsvolumina spezialisiert850. Andere851 wiederum bieten nicht-börsennotierte Aktien (Pre-IPO) an und betreiben daneben Plattformen, auf welchen ein Handel mit diesen vor- bzw. außerbörslichen Beteiligungen stattfindet852. Ein Einsatz des Internets zur Platzierung von Aktien zum Handel im regulierten Markt kommt in der Regel nur unterstützend zu anderen Vertriebsmethoden hinzu (sogenanntes Multi-Channeling). Wesentlicher Grund hierfür ist das große Emissionsvolumen, ← 135 | 136 → welches sich nur schwer ausschließlich mittels Internet platzieren lässt. Gleiches gilt für den geregelten Markt. Eine Ausnahme hierzu stellte der IPO von Google Inc. im Jahr 2004 dar, wobei hier nicht zuletzt der große Bekanntheitsgrad des Unternehmens eine Rolle gespielt haben dürfte853. Internet-IPOs dienten bislang – insbesondere...

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