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Sicherheitsforschung im Dialog

Beiträge aus dem Forschungsforum Öffentliche Sicherheit

Saskia Steiger, Lars Gerhold and Jochen Schiller

Das Buch ist eine Einführung in das interdisziplinäre Thema der Sicherheitsforschung und eine Aufforderung zu einem kritischen Dialog über eine neue Sicherheitskultur in unserer Gesellschaft. Expertinnen und Experten stellen in diesem Sammelband das Themenspektrum der Öffentlichen Sicherheit vom technisch Möglichen bis hin zum gesellschaftlich Akzeptierten dar und diskutieren aus naturwissenschaftlich-technischer als auch geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Die Publikation ist hervorgegangen aus einer Ringvorlesung mit dem Titel Wie sicher wollen wir leben? Sicherheitsforsc hung im Dialog, die im Wintersemester 2013/14 im Rahmen des Offenen Hörsaals an der Freien Universität Berlin durchgeführt wurde. Ziel der Vorlesung war es, den durch das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit initiierten und fachlich ausdifferenzierten Diskurs um Sicherheit in die interessierte Öffentlichkeit zu tragen und einen Beitrag zum Wissenstransfer zu leisten.
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Wie viel Unsicherheit ertragen wir?

Beispiele für den Umgang mit Unsicherheit

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Die Einstiegsfrage lautet: Wie viel Unsicherheit kann jeder von uns ertragen? Um den Umgang mit Unsicherheit zu verdeutlichen, beginne ich mit folgendem Beispiel: Sie möchten in den Urlaub fliegen. Will man den Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, geht dies mit einem Quäntchen Unsicherheit einher. So fahren z. B. in Berlin die Verkehrsmittel nicht immer zuverlässig. Es passiert durchaus, dass es auf einmal, etwa durch einen Notarzteinsatz, zu einer längeren Verkehrsunterbrechung kommt. Die Sicherheit, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln pünktlich das Ziel zu erreichen, ist somit infrage gestellt. Wenn Sie nun Ihr Flugzeug nicht verpassen wollen, also pünktlich am Flughafen sein wollen, stellt sich die Frage: Wie wollen Sie mit dieser Unsicherheit umgehen? Kalkulieren Sie für den Weg die vom Routenplaner errechnete Zeit ein, um rechtzeitig anzukommen, oder wesentlich mehr Zeit? Wie viel Zeitpuffer benötigen Sie, damit eine für Sie erträgliche Unsicherheit gegeben ist? Diese Situation bewältigt jeder auf eine andere. Unser Umgang mit Unsicherheit hängt von unserer Persönlichkeit ab, die im Sozialisationsprozess entstanden ist. Häufig findet man das folgende interessante Phänomen: Menschen, die in ihrem Leben sehr viel Sicherheit erfahren haben, die in behüteten Verhältnissen aufgewachsen sind, fällt es sehr schwer, Unsicherheit zu ertragen. Was ist die Erklärung? Diese Personen wurden auf den Umgang mit Unsicherheit nicht vorbereitet. Umso stärker wird dann die Verunsicherung erlebt, wenn auf einmal die Dinge nicht so rundlaufen, wie sie sollten. Dieses Beispiel kann...

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