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Autodidaktisches Lernen in informationstechnischen Berufen mit Elementen der Abstraktionsfähigkeit und Komplexitätsreduktion

Isa-Dorothe Gardiewski

Die Autorin verortet ihr Buch im Praxisfeld der Berufsbildungsforschung, wobei sie schwerpunktmäßig das bisher unbekannte und geheime Arbeitsprozesswissen von Fachkräften in ausgewählten Bereichen des IT-Sektors untersucht. Um die Anforderungen von gleichzeitig stattfindendem Lernen und Arbeiten in der IT-Branche in der Form eines neuen Lernprozesses umzusetzen, liegt ein zweiter Schwerpunkt des Buches auf der Ebene der Entwicklung einer hochadaptiven Lernstrategie. Diese entwickelte Lernstrategie nimmt im Berufsalltag mit einer steten Innovationsangleichung ein sinnhaftes Prioritätensetting vor und entspricht damit einer autodidaktischen Fortbildung des Lernenden, um stets auf dem Wissensstand des informationstechnologischen Fortschritts zu bleiben.
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2 Theoretische Grundlagen

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Die theoretischen Grundlagen als Einführung und tiefer gehendes Verständnis des zu bearbeitenden Themas werden in diesem Kapitel geschaffen.

2.1 Verortung der Dissertation

Die Dissertation wird im berufswissenschaftlichen Forschungsgebiet und Praxisfeld der Berufsbildungsforschung – in Anlehnung an die Ausführungen von Fischer (Fischer 2000) hinsichtlich der Qualifikations- und Innovationsforschung für die Entwicklung neuer Lernkonzepte (vgl. Gerds/Deitmer/Fischer 2002) – verortet und setzt einen ersten Schwerpunkt auf die Untersuchung des bisher unbekannten und daher geheimen Arbeitsprozesswissens von Fachkräften in ausgewählten Bereichen des IT-Sektors.

Die Verbindung von bildendem Wissen und kompetentem Können wurde von Neuweg mehrfach hinterfragt, untersucht und belegt. „Gegenstand des tacit knowing view ist (…) nicht primär die Analyse von Formen und Strukturen des Wissens oder gar die Bestimmung der relativen Anteile von explizitem und implizitem Wissen bei einer Person oder in einer Organisation. Knowing verweist vielmehr auf Prozesse des Wahrnehmens, Beurteilens, Antizipierens, Denkens, Entscheidens, Handelns, kurz: auf ‚Könnerschaft‘, die ihr zu Grunde liegenden Wahrnehmungs- und Handlungsdispositionen und die Akte der Performanzregulation, in denen diese Dispositionen ihren Ausdruck finden“ (Neuweg 2005, S. 557).

Aus dem Zusammenwirken von Hintergrundwissen und Fokalbewusstsein auf das Handeln entsteht Kompetenz, so die Folgerungen und Ausführungen Neuwegs zum tacit knowing view (vgl. Neuweg 2005). Das Wissen einer Fachkraft äußert sich in seinem Können, während sein entsprechendes Wissen in sein Handeln integriert ist. Die Wissenstheorie Polanyis zielt dabei auf mentale und praxisorientierte Prozesse, weniger auf kognitive, theoretische Wissensstrukturen (vgl. Polanyi...

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