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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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1. Die Ursulinenschule 1902–1908

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1.1 Die Ursulinen von Calvarienberg in Ahrweiler

Die Kongregation der Ursulinen geht auf eine Gründung der Angela Merici (ca. 1470–1540) im Jahre 1530 zurück106. Nach den Plänen der Italienerin vom Gardasee, die als junges Mädchen schon starke religiöse Neigungen verriet, aber erst nach einem aktiven Leben im Alter von 56 Jahren den Orden gründete und kirchlich bestätigen ließ, sollten die Mitglieder der Gemeinschaft, ihre geistlichen Töchter, bei Eltern oder Verwandten wohnen und in der Welt arbeiten, sich regelmäßig versammeln, gemeinsam die hl. Messe besuchen, gewisse Gebete verrichten und fasten. Gelübde waren nicht vorgesehen, wohl aber die Ehelosigkeit empfohlen. Angela Merici erstrebte eine angemessen große Mobilität für die Wirksamkeit ihrer Gemeinschaft in der Welt. Die Arbeit der Kommunität orientierte sich an den Bedürfnissen der Mädchen und deren Familien. In einer Zeit der religiösen (und politischen) Zersplitterung sollte die Unterweisung in der katholischen Glaubens- und Sittenlehre als feste Grundlage dienen, auf der die Mädchen für ihre späteren Tätigkeiten in Familie und Gesellschaft vorbereitet wurden. Die Aneignung von Charakterstärke und die Einsicht in Pflichterfüllung waren hauptsächliche Bildungsziele. Dem voraus sollte die Schulung des Verstandes gehen und danach die allmähliche stufenweise Hinführung zum Gebrauch der Freiheit folgen. Die „Bildung des Herzens“ hatte in einem andauernden Prozess das Begreifen und Einüben der Barmherzigkeit zum Ziel. Die konkrete Ausbildung der Mädchen beruhte auf...

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