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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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2. Von der Reform der höheren Mädchenschule 1908 bis zum Ende des Kaiserreiches 1918

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2.1 Grundlagen der Reform

2.1.1 Die Reform des höheren Mädchenschulwesens in Preußen

Im Jahre 1908 wurde das höhere Mädchenschulwesen in Preußen neu geordnet161. Dies war ein bedeutender Markstein in einem langen Prozess, der 1908 keineswegs abgeschlossen war.

Der preußische Staat, der wie andere deutsche Staaten auch sein Augenmerk vornehmlich auf die Knabenschule lenkte, kam im Laufe des 19. Jahrhunderts erst allmählich und in kleinen Schritten zur der Einsicht, dass die höhere Mädchenschule gefördert und umgestaltet werden müsste. Nachdem sich der Staat dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt der Mädchenschule zugewandt hatte, rückten immer mehr Männer in deren Leitungen und verdrängten so Frauen aus Positionen, die aus langer Tradition heraus in ihren Händen gelegen hatten. Zudem wurden die Stoffpläne der Mädchenschulen in vielem denen der Jungenschulen angepasst. Beides rief Widerspruch bei vielen Frauen hervor. Sie strebten eine spezifische Bildung und Erziehung für Mädchen an. Diese Frauen, die nunmehr auch öffentlich für ihre Belange auftraten und eine andere Schule für Mädchen forderten, waren zunächst auf sich gestellt und zumeist nur in kleinen Zirkeln tätig. Erst allmählich bildeten sich größere Gruppen und Vereine. Sie vertraten unterschiedliche Meinungen und beschritten unterschiedliche Wege zur Erreichung ihrer Ziele. Allen aber war gemeinsam, dass sie eine Schule wollten, die die Entfaltung der Mädchen zu eigenst...

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