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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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Vorwort

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Mädchenschulen, auch die der geistlichen Orden, sind heute selten geworden. Meine Begegnungen mit Mädchenschulen waren nur indirekt und sozusagen „unecht“. Als ich im Jahre 1972 in den Schuldienst ging, brachte mich das Auswahlverfahren an das damalige Bischöfliche Gymnasium in Koblenz (heute Bischöfliches Cusanus-Gymnasium), das im vorhergehenden Jahr aus der Ursulinenschule erwachsen war. Das Gymnasium wurde nunmehr ab der 5. Klasse als koedukative Einrichtung geführt, behielt aber „unter der Hand“ vorerst den Charakter einer Mädchenschule, der sich erst im Laufe der Jahre mit den nachwachsenden gemischten Klassen änderte. Die Neugierde auf die Beschäftigung mit der Mädchenschule als eigenständiger Institution war geweckt und wurde deutlich gesteigert, nachdem ich wenige Jahre später Fachleiter für Geschichte an Gymnasien in Koblenz, Neuwied, Andernach und Bendorf eingesetzt wurde und dabei drei weitere im Umbau befindliche, ehemaligen Lyzeen und mehrere Jungengymnasien kennen lernte. Die Unterschiede zwischen den Schultypen waren zum Teil frappierend, zum Teil ganz unerheblich. Mein Interesse am Thema „Ursulinenschule“ fand eine neue merkliche Beflügelung in der Zeit, in der ich Leiter einer Kooperativen Gesamtschule war und so in einer gänzlich anderen Schulform vielen Schülerinnen und Schülern in Hauptschule, Realschule und Gymnasium begegnete.

Die Konstituenten einer Schule stehen seit langer Zeit fest: „Schüler – Lehrpersonen – Stoff“ gehören zum Unterricht, der in Gruppen, an einem bestimmten Ort, zu festgelegter Zeit, nach variablen Regeln, unter der zuweilen sehr nachdrücklichen Anleitung zuständiger Institutionen zu verbindlich geforderten Zielen...

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