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Wittgensteins «Bemerkungen über die Farben»

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Frederik Gierlinger

Ludwig Wittgensteins «Bemerkungen über die Farben» gelten als äußerst schwieriger Text. Das vorliegende Buch führt Schritt für Schritt an die Themen und Problemstellungen der Farbbemerkungen Wittgensteins heran und liefert umfangreiche Erläuterungen zu den wichtigsten Textpassagen. Dies ist bemerkenswert, weil das bruchstückhafte Textmaterial aus den beiden letzten Lebensjahren Wittgensteins eine klare Struktur vermissen lässt, die darin aufgeworfenen Fragen häufig befremdlich anmuten und größtenteils ohne Antwort bleiben. So ist es wenig verwunderlich, dass bis jetzt keine umfassende philosophische Studie zu den «Bemerkungen über die Farben» zur Verfügung steht. Das Buch von Frederik A. Gierlinger füllt erstmalig diese Lücke in der Rezeptionsgeschichte.
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3 Farbton und Farbgleichheit

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3.1 Helligkeit zweier Farbtöne

„Ein Sprachspiel: Darüber berichten, ob ein bestimmter Körper heller oder dunkler als ein andrer sei. – Aber nun gibt es ein verwandtes: Über das Verhältnis der Helligkeiten bestimmter Farbtöne aussagen. (Damit ist zu vergleichen: Das Verhältnis der Längen zweier Stäbe bestimmen – und das Verhältnis zweier Zahlen bestimmen.) – Die Form der Sätze in beiden Sprachspielen ist die gleiche: ‘X ist heller als Y’. Aber im ersten ist es eine externe Relation und der Satz zeitlich, im zweiten ist es eine interne Relation und der Satz zeitlos.“ (BF I, 1; MS 176, 1r; Vorfassung in BF III, 131; MS 173 47v-48r)

Band I der „Bemerkungen über die Farben“ öffnet mit einer Textstelle, in der zwei Verwendungsweisen des Ausdrucks „X ist heller als Y“ unterschieden werden. Auch Band III beginnt mit Anmerkungen zum Verhältnis verschiedener Farbtöne zueinander. Wo in Band I von internen Relationen und zeitlosen Sätzen gesprochen wird, heißt es in Band III: „Hier gibt es eine Art Farbmathematik“ (BF III, 3; MS 173, ii). Dass Wittgenstein beide Manuskripte mit Anmerkungen zum Ausdruck „X ist heller als Y“ beginnt, ist durchaus bemerkenswert. Interessant ist auch, dass bereits im „Tractatus“ eine Textstelle vorkommt, die der eben zitierten Bemerkung sehr ähnlich ist.53 Dort heißt es:

„Eine Eigenschaft ist intern, wenn es undenkbar ist, dass ihr Gegenstand sie nicht besitzt. (Diese blaue Farbe und jene stehen in der internen...

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