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Die Lautgeschichte des mittelalterlichen Slavischen in Griechenland

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Elisabeth Skach

Das vorliegende Buch befasst sich mit Entlehnungen aus dem mittelalterlichen Slavischen ins Griechische und betrachtet sie aus dem Blickwinkel des heutigen Kenntnisstandes. Hauptanliegen der Autorin ist es, das entlehnte Wortgut innerhalb der Lautgeschichte des Slavischen relativ-chronologisch zu positionieren, nach einheitlichen Kriterien zu beschreiben und etwaige Besonderheiten der Entwicklung des Slavischen in Griechenland festzustellen. Der Index aller untersuchten griechischen Entlehnungen sowie der diesen zugrunde liegenden urslavischen bzw. gemeinslavischen Wörter ermöglicht auch die Verwendung des Buches als Nachschlagewerk.
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4.7 Die Monophthongierung tautosyllabischer Diphthonge

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← 104 | 105 → 4.6.8.3 Entlehnungen auf -ικος, -ικον, -ικα

In einem kleinen Exkurs sei hier zunächst auf den aus dem Griechischen ins Slavische entlehnten Griechennamen Grьkъ eingegangen. Man würde ja die Lautung +Grěkъ erwarten, wenn man von gr. Γραικός oder vulgärlat. Grēcus ausgeht. Auch Stender-Petersen erwähnt das Problem und verweist auf Jireček, der nachgewiesen hat, dass es neben gr. Γραικός und lat. Graecus noch eine mehrfach in verschiedenen protobulgarischen Inschriften belegte byzantinische lokale Dialektform Griki (Pl.) gibt, die die Grundlage für die Entlehnung von slav. *grьkъ sein kann.769 Auch Schramm geht von gr. grikós aus und begründet dies so: „Denn dieses als lat. graecus übernommene Etikett hatte im Alltagsgebrauch längst hellēn verdrängt und im Alltag mittlerweile – der Lehnbefund im Slawischen besitzt da keinen geringen Aussagewert – das Übergewicht über Rhōmaioi erlangt.“770 Schramm bezieht sich auf Hinweise von Niehoff-Panagiotidis, der die Lautung Γρικός für Γραικός (αι steht für e) in den altbulgarischen Inschriften auf den „Wandel /o/ > /u/, /e/ > /i/ in unbetonter Silbe“ in den Dialekten des Nordens zurückführt und auf sichere Zeugnisse für diese Erscheinung hinweist, die der von Vasmer herausgegebene russisch-griechische Sprachführer bietet.771 Nach Beševliev lautet der Name der Griechen in den protobulgarischen Inschriften mit zwei Ausnahmen immer Γρικοί. Die Notierung mit ι/η erscheine auch einmal in den Handschriften des Theophanes (Γρηκῶν)772 und in einer Grabinschrift aus Spanien (Εὐτύχης Γρικός).773 Beševliev vermutet hier den Einfluss der zahlreichen griechischen Adjektiva...

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