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Schreiben über Afrika: Koloniale Konstruktionen

Eine kritische Untersuchung ausgewählter zeitgenössischer Afrikaliteratur

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Roland Schmiedel

Seit den 1990er Jahren ist das Interesse am deutschsprachigen Afrika-Roman stetig gewachsen. Die germanistische literaturwissenschaftliche Forschung setzt sich daher zunehmend intensiv mit diesem Subgenre auseinander und reflektiert dabei den postkolonialen Diskurs. Die Studie zeigt – ohne sich dabei auf einen geographischen Raum zu beschränken – mittels einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Roman Herz der Finsternis von Joseph Conrad, wie die Autoren Lukas Bärfuss, Hans Christoph Buch, Andrea Paluch, Robert Habeck und Ilija Trojanow in ihren Romanen postkoloniale Potentiale und Perspektiven ausprägen und dabei eigene kulturelle Denkmuster, Stereotype und Dichotomien reproduzieren, vorführen oder modifizieren.
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8. Schlussbetrachtungen

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Über den Referenztext Herz der Finsternis von Joseph Conrad, der in der vorliegenden Untersuchung explizit als Imperialismuskritik gelesen wurde, sollten typische koloniale Muster bestimmt werden, mit denen einerseits Kolonialromane konstruiert werden und andererseits zugleich in einer Erzählung ein postkoloniales Potential entfaltet werden kann.

Wie die Untersuchung gezeigt hat, verwenden Autoren deutschsprachiger postkolonial intendierter Gegenwartsliteratur mit Afrikabezug im kolonialen Sujet eines Romans wiederkehrende Muster, die über die von Ortrud Gutjahrs (2011: 7) identifizierte „Aneignung eines fremden Gebietes“ hinaus gehen. Es wurde der Nachweis erbracht, dass neben der Aneignung eines fremden Gebietes, im Sinne von kolonialem Eindringen in einen fremden Lebensraum, weitere Merkmale in den für diese Studie untersuchten Romanen existieren, die zur Konstruktion der kolonialen Darstellung beitragen.

Konkret wurde Bezug genommen auf die Auseinandersetzung der Autoren in der Darstellung kolonialer Wirklichkeit mit

– dem Eindringen der Kolonisatoren in den fremden Lebensraum,

– der Ausbeutung von Mensch und Natur,

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