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Lernsoftware im Unterricht

Eine Studie zum Einsatz einer CD-ROM zur Stadt im späten Mittelalter in Klassenstufe 7

Thomas Diester

Angesichts der weiten Verbreitung und Nutzung digitaler Medien untersucht die Studie den Einsatz einer CD-ROM in arbeitsteiliger Gruppenarbeit im Geschichtsunterricht. Es handelt sich um eine deskriptive, kausalgenetische und mehrperspektivische Querschnittsuntersuchung, die geschichtsdidaktisch der Wirkungsforschung zuzurechnen ist. Erhebungsinstrumente sind eine Leistungsüberprüfung und ein Fragebogen für die Lernenden sowie ein halbstandardisiertes Interview mit den Lehrenden. Die Beurteilung der Lernsoftware erfolgt auf Basis eines eigens entwickelten Kriterienkatalogs. Die Studie zeigt, dass die Software insbesondere von den Lernenden angenommen wird, der Erfolg der Arbeit damit aber wesentlich von der Gestaltung der Lernumgebung abhängt. Der Leser erhält, ausgehend von den Ergebnissen der Befragungen, Vorschläge für unterschiedliche Lernarrangements mit der CD-ROM.
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3. Medienpsychologische Aspekte

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3.1 Eigenschaften von Medieninformationen und das kognitive System

Medieninformationen zeichnen drei Eigenschaften aus, die ich beschreibe. Erstens sind Medieninformationen unabhängig von Situationen verfügbar, in denen sie entstanden sind. Die dauerhafte Fixierung ermöglicht eine spätere Rezeption. Wer auch immer kann auf medial gespeicherte Wissensbestände zugreifen (Schwan/Hesse 2004, S. 75f.). Zweitens basieren Medieninformationen auf dem Gebrauch von Zeichensystemen; ikonische Zeichen ähneln dem Repräsentierten, z.B. Skizze oder Film. Indexikalische Zeichen stehen in einer Kausalbeziehung zum Repräsentierten, z.B. Fotografien und Tonbandaufnahmen. Symbolische Zeichen sind z.B. Schrift, Text oder Verkehrszeichen. Zeichensysteme erlauben eine große Unabhängigkeit und Flexibilität in der Übertragung von Bedeutungen. „Denn sie erlauben nicht nur eine dauerhafte und abbildungstreue Wiedergabe realer Sachverhalte, sondern bieten auch die Möglichkeit der Zusammenfassung, der Abstraktion oder der Erklärung.“ (Schwan/Hesse 2004, S. 77) Drittens haben Medieninformationen eine sozial-kommunikative Funktion insofern, als sie dem Informationsaustausch zwischen Individuen dienen, bspw. in der Individualkommunikation per Telefon, aber auch mit Blick auf Inhalte der Massenmedien.

Überträgt man das Grundmodell der Informationsverarbeitung auf die Mediennutzung, so muss der Rezipient einen Medieninhalt wahrnehmen, recodieren und in den Arbeitsspeicher transportieren, um ihn dann im Langzeitgedächtnis abzulegen. Dafür müssen die Mediennutzer drei Voraussetzungen erfüllen:

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