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Energietransformation, dezentrale Erzeugungsprobleme und Finanzierung der Solarindustrie

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Edited By Paschen von Flotow, Dirk Schiereck and Julian Trillig

Die Solarindustrie erlebte insbesondere in Deutschland einen unvergleichbar rasanten und medienträchtigen Aufstieg. Jedoch wurde dieser Aufschwung von einer ebenso beeindruckenden Konsolidierungsphase abgelöst und führte vor allem im Jahr 2013 zu zahlreichen Insolvenzen und zum Abbau jedes dritten Arbeitsplatzes. Vor diesem wechselhaften Hintergrund werden in diesem Band der Reihe Finanzmärkte und Klimawandel eine ganze Reihe ökonomischer, insbesondere finanzwirtschaftlicher Aspekte der Solarindustrie und komplementärer Technologien beleuchtet. Die Einsichten aus diesen Analysen helfen, das Grundverständnis für diesen für die angestrebte Energiewende so wichtigen Bereich der deutschen Industrie nachhaltig zu vertiefen.
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Vorwort

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Die Solarindustrie erlebte insbesondere in Deutschland einen unvergleichbar rasanten und medienträchtigen Aufstieg. Jedoch wurde dieser Aufschwung von einer ebenso beeindruckenden Konsolidierungsphase – die nicht minder in den Medien verfolgt wird – abgelöst und führte insbesondere im Jahr 2013 zu zahlreichen Insolvenzen und der Streichung von jedem dritten Arbeitsplatz. Diese Entwicklung beruht zu großen Teilen auf wirtschaftspolitischen Entscheidungen, die zwar das Ziel einer zügigen Energiewende anstreben und der Solarindustrie in diesem Transformationsprozess eine beispielhafte Vorreiterrolle zusprechen. Da aber gleichzeitig das allgemeine Strompreisniveau ebenfalls eine zentrale Zielgröße der Wirtschaftspolitik darstellt, wurden verschiedene politische Richtungswechsel vollzogen, die die Märkte noch heute verunsichern und das Management von Unternehmen in diesem Bereich sehr fordern. Denn die Photovoltaiktechnologie ist bis heute nicht so weit ausgereift, dass sie im Bundesdurchschnitt konkurrenzfähigen Strom (Netzparität) erzeugen kann. In 2012 wurden nach Angaben des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) 4,6% des Endenergieverbrauch (Strom) in Deutschland durch Solarstrom bereitgestellt, wohingegen 56,6% (2,016 ct/kWh) der gesamten EEG Umlage auf die Förderung von Solarstrom entfiel. Bei keiner anderen Technologie der erneuerbaren Energien ist die Diskrepanz zwischen diesen beiden Größen so extrem.

Der Rahmen, der unbestritten diese Entwicklung ermöglichte, wird durch das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare Energien Gesetzt (EEG) abgebildet. Bis zum heutigen Zeitpunkt werden neu installierte Solaranlagen auf einen Zeitraum von 20 Jahren mittels einer Einspeisevergütung staatlich bezuschusst. Dabei verteuern die Ausgaben für die gesamte EEG-Förderung den Strompreis...

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