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Dritthaftung für Kunstexpertisen und Aufnahmebestätigungen in den Catalogue raisonné

Ein Beitrag zur Expertenhaftung

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Patrick Ehinger

Diese Arbeit setzt sich mit dem Problem der Dritthaftung von Gutachtern am Beispiel fehlerhafter Kunstexpertisen und Aufnahmeentscheidungen in den Catalogue raisonné auseinander. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Voraussetzungen und die Reichweite der Vertrauenshaftung auf der Grundlage von §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 i.V.m. § 311 Abs. 3 S. 2 BGB. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bestimmung der Sorgfaltspflichten des Kunstexperten und des Werkverzeichners bei der Begutachtung von Kunstwerken, wobei das komplexe Verhältnis der unterschiedlichen Erkenntnisquellen und Untersuchungsmethoden zueinander analysiert und die Frage der Haftung für verschiedene Fallkonstellationen praxisnah betrachtet wird.
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Kapitel 2. Begriffe, Methoden und tatsächliche Grundlagen der Begutachtung von Kunstwerken

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Kapitel 2. Begriffe, Methoden und tatsächliche Grundlagen der Begutachtung von Kunstwerken

Auf dem Kunstmarkt hat sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Begriffen etabliert, die im Rahmen der Veräußerung und der Begutachtung von Kunstwerken Verwendung finden und auch im Rahmen dieser Arbeit immer wieder herangezogen werden. Teilweise kommt diesen Begriffen eine andere Bedeutung zu als im allgemeinen Sprachgebrauch, teilweise ist ihre genaue Bedeutung aber auch umstritten.

Aufgrund der substanziellen Auswirkungen auf das Marktpreispotenzial ist es sowohl für den Auftraggeber einer Kunstexpertise als auch für dessen Vertragspartner zunächst von zentralem Interesse zu wissen, ob das Bild „echt“ ist, ob es also auch wirklich von dem Künstler stammt, den sie als Urheber vermuten.

Für den Echtheitsbegriff ist stets charakteristisch, dass er eine Relation bezeichnet und daher eine Bezugstatsache braucht: Die tatsächliche Urheberschaft oder Herkunft wird ins Verhältnis zu einer vermeintlichen gesetzt.11 Daraus folgt, dass die Klärung der Echtheitsfrage nur im Verhältnis zu der angenommenen Urheberschaft Gültigkeit beanspruchen kann. Vermutet der Auftraggeber des Gutachtens also, dass es sich bei dem Bild um ein Werk Dalís handelt, ist dieses aber tatsächlich von einem Unbekannten geschaffen worden, dann ist das Bild kein echter Dalí, aber das echte Werk eines Unbekannten.12 Ohne die These zur vermeintlichen Urheberschaft kann demnach keine Echtheitsaussage im Positiven wie auch Negativen getroffen werden. Der Kunstgutachter hat zu dieser Relation in der Expertise Stellung zu nehmen. In der Regel wird...

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