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Die «Spectators» in Spanien

Die kleinen Schriften der 1760er Jahre

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Klaus-Dieter Ertler and Elisabeth Hobisch

Die Moralischen Wochenschriften oder Spectators sind eine aus der protestantischen Ethik des frühen 18. Jahrhunderts stammende Gattung, die sich in den katholischen Ländern tendenziell mit einer Verzögerung von einem halben Jahrhundert etablierte. In Spanien dominierten zwei Wochenschriften, die jeweils eine ganze Dekade prägten: El Pensador (1760er Jahre) und El Censor (1780er Jahre). Diese Studie beschreibt die im zeitlichen Umfeld des Pensador entstandenen kleineren Wochenschriften wie El Murmurador imparcial, El Amigo y Corresponsal del Pensador, El Escritor sin Título sowie El Belianís literario und untersucht ihre formalen und thematischen Charakteristika.
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El Amigo y Corresponsal del Pensador

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wurde nur über kurze Zeit im Jahr 1763 veröffentlicht. Insgesamt erschienen nur vier Zeitschriftennummern. Deren Erscheinungsperiode wurde konstant eingehalten. Wie auf dem Deckblatt jeder Ausgabe vermerkt, war die Zeitschrift nicht als Wochenblatt, sondern als 14-tägig erscheinendes Journal intendiert: „papel periodico, que saldrà cada quince dias“2, das jeweils freitags herauskam: „en el Viernes de la semana“.3 Die einzelnen Zeitschriftennummern sind also als Briefe konzipiert, die der Amigo, dessen Name innerhalb der Texte nie genannt wird, an den Pensador adressiert. Obwohl er ihm eindeutig freundschaftlich gesinnt ist – die Bezeichnung „Amigo“ ist also nicht nur eine leere Worthülse –, scheut er sich nicht davor, Kritik an den Diskursen des ← 31 | 32 → Pensador zu äußern. Die vier Briefe beziehen sich direkt oder indirekt auf dessen Werthaltungen und stellen sie in Frage.

Jede Zeitschriftennummer verfügt über ein eigenes Deckblatt, das kein Emblem aufweist, aber umfassende Informationen zur Entstehung des Journals enthält. Nach der Nennung des Zeitschriftentitels in großen Lettern wird angegeben, um welche Ausgabe – oder carta – es sich handelt. Die zweite Ausgabe wird also, wie auch später im Corresponsal del Censor, als „segunda carta“ tituliert. Daraufhin folgt in jeder Ausgabe eine Relativsatzkonstruktion, in der angekündigt wird, worum es in diesem Diskurs gehen wird. Für den zweiten Brief heißt es beispielsweise: „[…] que contiene una materia muy curiosa sobre nuestros abusos mas comunes“.4 Danach wird der Autor Don Antonio Mauricio Garrido genannt und die Periodizität der Zeitschrift angegeben. Außerdem scheint...

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