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Ethik in der Medizin aus Patientensicht

Perspektivwechsel im Gesundheitswesen

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Inken Emrich, Leyla Fröhlich-Güzelsoy and Andreas Frewer

Das 2012 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Patientenrechtegesetz hat mehrere Ziele in Bezug auf die Wahrnehmung der Belange von Kranken: Transparenz klinischer Therapiewege, ein besserer Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern und schnellere Verfahrensabläufe sowie eine Reihe von weiteren Aspekten. Im Kern markiert dieser neue juristische Rahmen vor allem aber ein Phänomen: Den zentralen Perspektivwechsel im Gesundheitswesen hin zu einer stärkeren Orientierung am Patienten. Dieser Band dokumentiert und analysiert verschiedene Aspekte dieser wichtigen Entwicklung in zwei großen Abschnitten und zehn Einzelkapiteln: Historischer Wandel der Patientenrolle im Gesundheitswesen, die wichtige Funktion der Selbsthilfegruppen als Bürgerbewegung, patientenorientierter Umgang mit Beschwerden, empirische Untersuchungen zur Arzt-Patient-Beziehung und die Entstehung der «Unabhängigen Patientenberatung Deutschland» (UPD). Ein Schwerpunkt des Bandes ist das Instrument des Patientenfürsprechers zur Stärkung der Rechte von Kranken. Erfahrungsberichte zur klinischen Implementierung und unterschiedliche Modelle für Kontaktpersonen zur Patientenfürsprache werden ebenso vorgestellt wie Fallberichte der Aktiven zum besseren Vergleich der klinischen Problemfelder.
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Patientenfürsprecher am Universitätsklinikum Erlangen Anliegen und Probleme der Patienten anhand von 100 Fällen: Margareta Klinger, Claudia Gall-Kayser

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Margareta Klinger, Claudia Gall-Kayser

Patientenfürsprecher am Universitätsklinikum Erlangen Anliegen und Probleme der Patienten anhand von 100 Fällen

1.Einleitung

Das Universitätsklinikum Erlangen arbeitet kontinuierlich daran, eine Versorgung der Patienten auf höchstem Niveau sicherzustellen. Das hohe Gut der Gesundheit zu schützen und zu erhalten, ist erklärtes Ziel. Die Krankenversorgung gehört, neben Forschung und Lehre, zu den wichtigsten Aufgaben des Klinikums; sie wird in 24 Kliniken, 19 selbstständigen Abteilungen und sechs Instituten geleistet. Über 7.300 Mitarbeiter, davon über 3.000 beschäftigt in der Pflege, versorgen die annähernd 500.000 Patienten, die im vergangenen Jahr das Universitätsklinikum aufgesucht haben und stationär wie ambulant behandelt wurden.1 Die optimale medizinische Versorgung hat mit Sicherheit auch für den Patienten2 die oberste Priorität, daneben aber entstehen im Klinikalltag viele Bedürfnisse und Wünsche, denen nicht immer vollständig Rechnung getragen werden kann. Wenn es zu Problemen kommt, hat der Patient die Möglichkeit, sich an den Patientenfürsprecher zu wenden.

In diesem Beitrag werden die Rolle des Patientenfürsprechers, sein Platz in der Organisation und die generelle Vorgehensweise im Umgang mit den Patienten und ihren Anliegen am Universitätsklinikum Erlangen vorgestellt. In der Zeit vom März 2011 bis November 2012 haben sich 100 Patienten mit ihren Problemen an den Patientenfürsprecher gewandt. Diese 100 Fälle werden analysiert und statistisch untersucht im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Art des Anliegens und auf den wahrgenommenen Schweregrad, also...

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