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Ethik in der Medizin aus Patientensicht

Perspektivwechsel im Gesundheitswesen

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Edited By Inken Emrich, Leyla Fröhlich-Güzelsoy and Andreas Frewer

Das 2012 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Patientenrechtegesetz hat mehrere Ziele in Bezug auf die Wahrnehmung der Belange von Kranken: Transparenz klinischer Therapiewege, ein besserer Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern und schnellere Verfahrensabläufe sowie eine Reihe von weiteren Aspekten. Im Kern markiert dieser neue juristische Rahmen vor allem aber ein Phänomen: Den zentralen Perspektivwechsel im Gesundheitswesen hin zu einer stärkeren Orientierung am Patienten. Dieser Band dokumentiert und analysiert verschiedene Aspekte dieser wichtigen Entwicklung in zwei großen Abschnitten und zehn Einzelkapiteln: Historischer Wandel der Patientenrolle im Gesundheitswesen, die wichtige Funktion der Selbsthilfegruppen als Bürgerbewegung, patientenorientierter Umgang mit Beschwerden, empirische Untersuchungen zur Arzt-Patient-Beziehung und die Entstehung der «Unabhängigen Patientenberatung Deutschland» (UPD). Ein Schwerpunkt des Bandes ist das Instrument des Patientenfürsprechers zur Stärkung der Rechte von Kranken. Erfahrungsberichte zur klinischen Implementierung und unterschiedliche Modelle für Kontaktpersonen zur Patientenfürsprache werden ebenso vorgestellt wie Fallberichte der Aktiven zum besseren Vergleich der klinischen Problemfelder.
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Klinische Ethik aus Patientensicht Zur Einführung: Leyla Fröhlich-Güzelsoy, Inken Emrich, Andreas Frewer

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Leyla Fröhlich-Güzelsoy, Inken Emrich, Andreas Frewer

Klinische Ethik aus Patientensicht Zur Einführung

Patientinnen und Patienten brauchen für die Bewältigung ihrer Krankheitsphase Unterstützung auf mehreren Ebenen: Die medizinische Versorgung soll Therapien ermöglichen und Leiden lindern; gleichzeitig ist eine Förderung der Selbstbestimmung für schwierige Entscheidungen notwendig. Biographische Planung bei reduzierter Lebenserwartung und Bewältigung von alltagsverändernden Diagnosen oder Prognosen stellen große ethische Herausforderungen für die Lebenswelt des Patienten wie auch die betreuenden Professionen dar.1 Häufig erfahren Kranke schon in gelingenden klinischen Kontexten eine Einschränkung in verschiedenen Bereichen – noch heikler wird es jedoch, wenn Probleme oder Fehler die klinischen Behandlungsabläufe erschweren.2 Das 2012 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Patientenrechtegesetz3 hat dabei mehrere Ziele in Bezug auf die Wahrnehmung der Belange von Erkrankten: Transparenz klinischer Therapiewege, ein besserer Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern und schnellere Verfahrensabläufe. Im Kern markiert dieser neue juristische Rahmen vor allem aber einen Wandel4 in der ethischen Wertschätzung: den zentralen Perspektivwechsel im Gesundheitswesen hin zu einer noch stärkeren Orientierung am Patienten5 und seiner klinischen Selbstbestimmung.6 Kranke sind in den letzten Jahrzehnten durch Möglichkeiten des Internets und Strukturen eines zunehmend ökonomisierten Gesundheitsmarktes nicht nur „informierte Patienten“,7 sondern teils auch „konsumgesteuerte Kunden“8 geworden. Aus Sicht der Medizinethik ergeben sich dabei moralische Fragen und gravierende Herausforderungen für die Behandlungsqualität. ← 13 | 14 →

Der vorliegende Band dokumentiert und analysiert zentrale Aspekte dieser wichtigen Entwicklungen in zwei gro...

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