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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Budapest in Wien – Wien in Budapest. Austauschbeziehungen der Wiener und Budapester Bühnen im Ersten Weltkrieg

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Eva Krivanec

Budapest in Wien – Wien in BudapestAustauschbeziehungen der Wiener undBudapester Bühnen im Ersten Weltkrieg

Als am 4. Juli 1918 die Luftpostverbindung zwischen Wien und Budapest offiziell mit der Flugpremiere des »Hansa-Brandenburg-Doppeldeckers« von Budapest nach Wien eröffnet wurde, feierte man dies am Ende des vierten Kriegsjahres voller Optimismus und Zuversicht in eine gemeinsame Zukunft als »wichtige Verbindung der beiden Hauptstädte der Donaumonarchie«.1 Der erste Flug dauerte zwar, aufgrund eines starken Westwinds, von Gewitterwolken und Regen, länger als geplant, nämlich zwei Stunden, doch die beiden aus der k.u.k. Armee rekrutierten Piloten »erklärten, dass die Fahrt unter günstigen Windverhältnissen leichthin in nicht viel mehr als einer Stunde zurückgelegt werden könnte«.2 Diese tägliche schnelle Übermittlung von Briefen und Depeschen zwischen den beiden permanent kommunizierenden Hauptstädten sollte v.a. auch die – kriegswichtigen – Telegrafendienste entlasten.3 Nur vier Monate später war die k.u.k. Monarchie zerfallen, der Krieg verloren, Budapest und Wien entfernten sich rasch voneinander und von der Luftpostverbindung zwischen den benachbarten Metropolen war auch nichts mehr zu hören.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg war das Verhältnis von Budapest und Wien von einer gewissen Konkurrenz geprägt. Die rasant gewachsene, kraftvolle und dynamische, »amerikanische« ungarische Hauptstadt, das »Chicago des Balkans«4 schien Wien in Sachen Wohlstand und Lebensstil, aber sogar im kulturellen Bereich überholen zu wollen. Wien schien dagegen nach dem Boom der frühen Gründerjahre ein wenig zu stagnieren,...

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