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Leben und Lehre

Dogmatische Perspektiven auf lutherische Orthodoxie und Pietismus- Studien zu Gerhard, König, Spener und Freylinghausen

Tim Christian Elkar

Ist lutherische Orthodoxie mit toter Dogmatik und Pietismus mit reiner Frömmigkeit gleichzusetzen? Lange wurde dies so gesehen. Tatsächlich begegneten sich beide Richtungen in einer Orientierung auf die theologischen Grundkategorien von Leben und Lehre. Dies wird erstmalig in dieser dogmatischen Arbeit über die vier herausragenden Vertreter beider Richtungen nachgewiesen: Johann Gerhard, Johann König, Philipp Jakob Spener und Johann Anastasius Freylinghausen.
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B. Historische Rahmenbedingungen

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Die beiden theologiegeschichtlichen Epochen, in denen Gerhard, König, Spener und Freylinghausen wirkten, sind höchst unterschiedlich untersucht, dem Pietismus wandte sich ungleich mehr Aufmerksamkeit zu als der lutherischen Orthodoxie. Die folgende Darstellung kann daher nur als kurze Einführung dienen. In der Beschreibung der lutherischen Orthodoxie wird es auch um die Mär von der toten Orthodoxie gehen, um dem Vorwurf entgegenzutreten, dass die lutherische Orthodoxie nur an der Lehre interessiert sei. Auch der Pietismus wurde und wird kontrovers diskutiert. Obwohl es in jüngster Zeit in der Diskussion um den Pietismusbegriffes wieder ruhiger geworden ist, soll kurz eine eigene Positionierung erfolgen, da „jede Darstellung des Pietismus vorab ihren Gegenstand bestimmen muss“.198

Die lutherische Orthodoxie bildete nach der Periode der Reformationszeit eine zweite klassische und theologisch sehr produktive Phase des Protestantismus199 und brachte die großen dogmatischen Entwürfe auf der Grundlage der Reformation hervor.200 Die Aufnahme des Adjektivs „orthodox“ wurde vor allem verwendet, um die Kontinuität mit der Alten Kirche herzustellen.201 Die lutherische Orthodoxie beginnt mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555202 und unterteilt sich in drei theologiegeschichtliche Phasen, eine frühe bis zum Jahre 1600, die Hochorthodoxie von 1600 bis 1675 und eine späte Periode von 1675 bis 1780,203 letztere ← 53 | 54 → wird auch als relativ bezeichnet wird,204 weil sich bereits Pietismus und Aufklärung abzeichneten.205 Die Auswirkungen des Westfälischen Friedens brachten zunächst einen gewissen Bedeutungsverlust,206 doch kam es gerade in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts...

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