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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Bärbel Beinhauer-Köhler „Das Wunder von Marxloh”. Bilder der Hoffnung in einem Werbefilm für ein Moscheebauprojekt

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Bilder der Hoffnung in einem Werbefilm für ein Moscheebauprojekt

Bärbel Beinhauer-Köhler

Perspektiven auf das Thema

Der Begriff der Hoffnung weckt vielfältige Assoziationen und Gefühle. Er soll im Folgenden mit Blick auf eine bestimmte Trägerschaft und deren Hoffnungssituation untersucht werden. Im Mittelpunkt stehen muslimische, türkischstämmige Bewohner Duisburg-Marxlohs, wohin in den 1950er Jahren Arbeitsmigranten zur Unterstützung des Kohlebergbaus eingeladen wurden. Über die Jahrzehnte veränderte sich die Lebensperspektive dieser Bevölkerungsgruppe: Stand am Beginn die Arbeit im Mittelpunkt und dachte man an eine baldige Rückkehr, spätestens mit der Rente, wurden ab den 1980ern verstärkt Familien nachgeholt oder in Deutschland gegründet, und man richtete sich auf einen längeren Aufenthalt ein. In dieser Zeit wurden zudem Moscheevereine gegründet, um religiöse Bedürfnisse zu befriedigen und eine Art „Ersatzheimat“ bereit zu stellen. Denn immer waren die Moscheen auch soziale Räume, wo man sich traf und austauschte. Die Moscheen wurden zu Informationsbörsen für fast alle Lebenslagen, mit Schüler-Nachhilfe, Unterstützung beim Besuch von Ämtern etc. In den letzten 20 Jahren kristallisierte sich dann heraus, dass sich die Hoffnung auf die Rückkehr in Heimatländer zunehmend seltener erfüllte. Etwa drei Generationen verbringen bisher ihr Leben in Deutschland. Inzwischen realisiert man, dass der Islam hier dauerhaft heimisch ist und versucht, zur eigenen Religion gehörige Institutionen zu etablieren. Während erste Moscheevereine noch froh waren, überhaupt Räumlichkeiten zu finden...

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