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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Hermann Jung Kammermusik - Hausmusik - Salonmusik. Zur Funktionalität und Zeichenhaftigkeit von Raum und Musik

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Zur Funktionalität und Zeichenhaftigkeit von Raum und Musik

Hermann Jung

I

Um zu einem klingenden Ereignis zu werden und Wirkungen zu erzielen, braucht die Musik Räume, umgrenzte und begrenzte Räumlichkeiten. Sie erfordert nicht unbedingt einen umbauten Raum, ein Haus, ein Palast, eine Kirche, sie kann auch im Freien, in einem Park oder Garten stattfinden. Der Hirte in der freien Natur erfährt seit archaischen Zeiten sein Dasein im Singen und Musizieren am Widerhall der Berge. Kapellen, Kirchen und Kathedralen bieten sakralen Riten und einer musikalischen Ausgestaltung von Gottesdiensten Raum. Die Fürstenkammer, die „gute Stube“ in Bürgerhäusern, der öffentliche Konzertsaal oder der Salon des Adels als profane Räume beeinflussen ebenso wie die sakralen in vielfältiger Weise Kompositionen und ihre Aufführungspraxis. Die Hörer erfahren die Werke als harmonisches, gelegentlich auch recht eigenwilliges Zusammenstimmen von Musik und Raum.

So hat beispielsweise der Markusdom in Venedig durch seine gegenüber liegenden Musikemporen im Chorraum der Kirche die „Cori Spezzati“, die Mehrchörigkeit, das miteinander und gegeneinander Musizieren von Sängern und Instrumentalisten als neues Kompositionsprinzip an der Wende des 17. Jhs. hervorgebracht. Für den Hörer wird so ein Klang im Raum akustisch erfahrbar, ähnlich wie für den Betrachter von Gemälden dieser Zeit die Perspektive als räumliches Phänomen erlebt wird. Das Prinzip der Mehrchörigkeit wandte Johann Sebastian Bach 1729 in seiner Matthäus-Passion auf Grund vergleichbarer baulicher Gegebenheiten in der...

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