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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Anna Ananieva Verwandlungen zwischen Weltordnung und Poesie. Literarische Figurationen des Gartensymbols im europäischen Kontext

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Literarische Figurationen des Gartensymbols im europäischen Kontext

Anna Ananieva

Seit über zwei Jahrzehnten hält eine auffällige Konjunktur der Gartenforschung europaweit an. Die Beliebtheit, die das Gartenthema genießt, bringt den besonderen Stellenwert des Phänomens der Gartengestaltung in der Kulturgeschichte zum Ausdruck. Das ausschlaggebende Argument dazu liefert die konstitutive Eigenschaft des Gartens als eines vom Menschen gestalteten Raums, der sich vorrangig natürlicher Gestaltungselemente bedient und sich zugleich von der äußeren Natur abgrenzt. Daran knüpft die gängige ideengeschichtliche Verortung der Gärten im Spannungsfeld der Differenz zwischen ‚Kultur‘ und ‚Natur‘ an.

Tatsächlich zeigt sich der Garten in seinen grundlegenden sozialen und ästhetischen Funktionen als höchst wandlungsfähig, bedenkt man die potenzielle Verschränkung solcher Dimensionen wie der gestalterische Eingriff in real existierende Landschaft, die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten der Gartenräume auf der lebensweltlichen Ebene und – was für die folgenden Ausführungen von besonderer Bedeutung ist – die Beziehungen zwischen Gartengestaltung und ihren medialen Repräsentationen. Denn genau genommen verleiht erst die Überführung in ein bildliches oder ein sprachliches Medium einem konkreträumlichen Garten die notwendige materielle Dauer, die für eine generationenübergreifende Tradierung im Rahmen einer kulturellen Gedächtnisstiftung erfolgversprechend sein kann.

Die Verortung des Gartens im Gedächtnis der Kultur changiert also zwischen den Ideenwelten von Natur und Kultur, und – lebensweltlich betrachtet – zwischen der Kurzlebigkeit eines realen Gartenerlebnisses und der Beständigkeit gartenkultureller Topoi in anderen Künsten. Vermutlich macht gerade...

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