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Verändern Gender Studies die Gesellschaft?

Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses

Series:

Franz Gmainer-Pranzl, Ingrid Schmutzhart and Anna Steinpatz

Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen. Trotz hoher theoretischer Standards und eines differenzierten Problembewusstseins stellen sich den Gender Studies allerdings durch eingefahrene gesellschaftliche Spielregeln, ökonomische Vorgaben und diskursive Identitätskonstruktionen wirkmächtige Widerstände entgegen. Lassen sich kulturelle Logiken, die repressive und exkludierende Strukturen als natürlich ausgeben, überwinden? Verändern also Gender Studies die Gesellschaft? Eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Salzburg setzte sich im November 2013 mit dieser Frage auseinander und zeigte aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften das gesellschaftsverändernde Potential der Gender Studies auf.
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Feminismus – Gender – Vielfalt. Geschlechterdiskurse in der Religionspädagogik und Religionsbuchforschung

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Grundanliegen der Feministischen Theologie war (und ist) es, ausgehend von der auch biblisch begründeten Gleichwürdigkeit von Mann und Frau, Ungerechtigkeit zu bekämpfen, Nachteile und Diskriminierung von Frauen in Gesellschaft und Kirche(n und auch Religionen), auch in der Theologie und ihrer Geschichte aufzuzeigen, zu kritisieren und zu verändern.

Einen der ersten Beiträge, der sich im Rahmen der sogenannten „Zweiten“ Frauenbewegung mit den Fragen von Feminismus und Religionspädagogik befasst, hat Herlinde Pissarek-Hudelist 1988 verfasst. Für sie ist ganz klar, dass die Frage, die im Zentrum der Tagung „Verändern Gender Studies die Gesellschaft?“ steht, mit „Ja!“ zu beantworten ist: es geht darum, die Gesellschaft (und Kirche) zu verändern: „Mit wissenschaftlichen Ergebnissen wird auch konkrete Frauenpolitik gemacht. Hier müssen wir uns ‚einmischen‘. Als erkenntnisleitendes Interesse theologischer Frauenforschung sei formuliert: Arbeit an Strukturveränderungen in Kirche und Gesellschaft hin auf das Leitbild einer geschwisterlichen, partnerschaftlichen Kirche, die ihrerseits auch die Gesellschaft verändert.“1 Dieser starke Praxis- und Gerechtigkeitsbezug ist der Religionspädagogik als Teil der „Praktischen Theologie“ nach wie vor wichtig – auch im Blick auf Fragen der Geschlechtergerechtigkeit. Ein deutlicher Praxisbezug ergibt sich durch empirisches Arbeiten, aber auch durch die Beteiligung an der Weiterentwicklung der Modelle und Ansätze religiöser Bildung vor allem an den „Lernorten“ Familie, Kindergarten, Schule, Kinder- und Jugendarbeit, Medien und Erwachsenenbildung. Im deutschen Sprachraum beschäftigt sich die Religionspädagogik vor allem mit dem Lernort Schule und ist damit wesentlich eine Religionsdidaktik bzw. Fachdidaktik...

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