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Innerer Dialog und Textproduktion

Ein Beitrag zur Überwindung von Schreibhemmungen Studierender beim Verfassen ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeiten

Emma Huber

Wie kann der innere Dialog Studierende bei der Textproduktion für ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten unterstützen und ihnen dabei helfen, Schreibhemmungen zu überwinden? Dazu vergleicht die Autorin entsprechende Beiträge aus Psychologie, Sprachwissenschaft, Pädagogik, Tiefenpsychologie und Existenzanalyse. So gelangt sie zu einem neuen Verständnis von Schreiben als Ausdruck des inneren Dialogs der Person. Eine Erprobung dialogischen Schreibens in der Praxis ergibt, dass Studierende diese Art von Schreiben als hilfreich einschätzen. Im letzten Teil des Werkes erörtert die Autorin Vorschläge zu einer verstärkten Schreibförderung in Schule und Hochschule sowie den Beitrag der Psychotherapie zum Gelingen eines Schreibprojekts.
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2. Existenzanalytische Grundlagen

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2. Existenzanalytische Grundlagen

Als eine spezielle Form von Psychotherapie ist auch Existenzanalyse (EA) nach FISCHER (2008) ein „Behandlungsverfahren durch Dialog“ (3), „das seine Ziele über Gespräch und therapeutische Beziehungsgestaltung erreicht“ (ebd., 3; Hervorh. FISCHER). A. LÄNGLE sieht gleichfalls „die zentrale Wirkung der EA […] im Dialog“ (2008, 122). Damit sind die wichtigsten Mittel und Wirkfaktoren psychotherapeutischen Handelns angesprochen, die auch für andere Psychotherapierichtungen gelten: therapeutische Beziehung und Dialog.

Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es Unterschiede, die den Charakter der einzelnen Richtungen prägen. Diese Unterschiede werden in den Prinzipien der jeweiligen Schulen offenkundig. Zu den Grundpfeilern der Existenzanalyse nach FRANKL und A. LÄNGLE gehören u.a. ihr Menschenbild, ihre Konzepte von „Person“ als der geistigen Dimension des Menschen, ihr Verständnis von „Emotion“ „Beziehung“, innerem und äußerem „Dialog“, „Sinn“ und „Wert“ und ihre phänomenologisch–hermeneutische Vorgangsweise. LÄNGLE definiert Existenzanalyse als „eine phänomenologische, an der Person ansetzende Psychotherapie“ (2008, 71). Deren Ziel besteht darin, „der Person zu einem (geistig und emotional) freien Erleben, zu authentischen Stellungnahmen und zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit sich selbst und ihrer Welt zu verhelfen“ (ebd., 71). Existenzanalytische Psychotherapie soll LÄNGLE zufolge „den Menschen […] befähigen, mit innerer Zustimmung zum eigenen Handeln und Dasein leben zu können“ (ebd., 71). Das bedeutet, Ja zum Dasein, Ja zum Lebendigsein, Ja zum eigenen Sosein und Ja zum existentiellen Sinn zu sagen. Dieses vierfache Ja wird im Konzept der Existentiellen Grundmotivationen nach A. LÄNGLE näher ausgeführt...

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