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Filmsynchronisation in Deutschland bis 1955

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Gerd Naumann

Diese Studie widmet sich der Geschichte der deutschen Filmsynchronisation zwischen 1895 und der Mitte der 1950er Jahre. Der Autor zeigt historisch gewachsene Traditionslinien auf und ordnet diese in gesellschaftlich-politisch-ökonomische Prozesse ein. Dabei geht er der Fragestellung nach, ob es in der Geschichte der deutschen Filmsynchronisation konnektive Strukturen gibt, mit denen sich durch wiederholende Handlungslinien wiedererkennbare Muster nachweisen lassen. Das Buch ergänzt bekanntere Aspekte der Filmgeschichte durch bisher nicht ausgewertete Materialien. So entsteht ein facettenreiches Bild der Geschichte des Synchronisierens von Kinofilmen, das gleichermaßen den Wandel medienpolitischer Interessen im historischen Kontext erzählt. Darüber hinaus ermöglicht der in der Praxis des Synchronisierens erfahrene Autor einen Einblick in die Studioarbeit wie auch ein Verständnis der Produktionsprozesse und stellt einige der Sprecher vor.
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1. Einführung

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Die vorliegende Historiographie hat explorativen Charakter, da es bislang keine eigenständige Arbeit zur Geschichte der deutschen Filmsynchronisation gibt. Insofern stellt sie einen ersten Schritt zum Erkenntniszuwachs dar. Im Fokus der Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Synchronisation von Filmproduktionen für die deutsche Kinoauswertung.1 Der Anspruch ist das Aufzeigen historisch gewachsener Traditionslinien und eine diesbezügliche Einordnung in gesellschaftlich-politisch-ökonomische Prozesse.

Filmwissenschaftlicher Konsens für den Ausgangspunkt einer Filmgeschichtsschreibung sind die Gründerzeitjahre des Pioniergeistes und der Jahrmarktattraktionen des Kinos, sozusagen die Ära der filmischen Vor- und Frühgeschichte. Da die vorliegende Geschichte der deutschen Filmsynchronisation ein Teil der Filmgeschichte ist, kann somit auch von einer Frühgeschichte der Filmsynchronisation die Rede sein, dies vor allem hinsichtlich frühzeitiger Experimente zur Bild-Ton-Synchronisation.2 Die vorliegende Arbeit beginnt 1895, dem Jahr der ersten öffentlichen Filmvorführung der Brüder Lumière im Pariser Grand Café, und endet Mitte der 1950er Jahre, als sich die Loslösung der deutschen Filmwirtschaft von der alliierten Besatzungskontrolle vollzogen hatte.3 Die deutsche Verleihbranche war zu diesem Zeitpunkt bereits von der Konkurrenz synchronisierter ausländischer Filme und in Deutschland hergestellter Produktionen geprägt.

1.1 Das Erarbeiten einer Historiographie

Eine zu erarbeitende Geschichte beziehungsweise Historiographie ist von zahlreichen Einflüssen abhängig, ebenso weit gefächert sind die ← 17 | 18 →Darstellungsmöglichkeiten derselben. Es bedarf daher einer Positionierung des Autors, der sich mit Ereignissen und Fakten auseinandersetzen muss, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, deren Auswirkungen aber bis...

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