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Filmsynchronisation in Deutschland bis 1955

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Gerd Naumann

Diese Studie widmet sich der Geschichte der deutschen Filmsynchronisation zwischen 1895 und der Mitte der 1950er Jahre. Der Autor zeigt historisch gewachsene Traditionslinien auf und ordnet diese in gesellschaftlich-politisch-ökonomische Prozesse ein. Dabei geht er der Fragestellung nach, ob es in der Geschichte der deutschen Filmsynchronisation konnektive Strukturen gibt, mit denen sich durch wiederholende Handlungslinien wiedererkennbare Muster nachweisen lassen. Das Buch ergänzt bekanntere Aspekte der Filmgeschichte durch bisher nicht ausgewertete Materialien. So entsteht ein facettenreiches Bild der Geschichte des Synchronisierens von Kinofilmen, das gleichermaßen den Wandel medienpolitischer Interessen im historischen Kontext erzählt. Darüber hinaus ermöglicht der in der Praxis des Synchronisierens erfahrene Autor einen Einblick in die Studioarbeit wie auch ein Verständnis der Produktionsprozesse und stellt einige der Sprecher vor.
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4. Über die Synchronisation

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In Deutschland wurden im Jahr 2014 im Kino insgesamt 457 Spielfilme aufgeführt, davon standen 240 europäischen Produktionen 145 amerikanische gegenüber. Der deutsche Film hatte mit 149 aufgeführten Produktionen einen Spielfilmanteil von 32,6 Prozent am Aufführungsvolumen.214 Der Marktanteil deutscher Spielfilm- und Dokumentarproduktionen belief sich auf 26,7 Prozent.215 Somit machen importierte Filme den größten Anteil des Verleihprogramms aus.216 Die Weltsprache des Films ist Englisch217, auch europäische Filmproduktionen werden mittlerweile oftmals aus ökonomischen und vertriebstechnischen Erwägungen in englischer Sprache hergestellt.218 Synchronisierte Filmproduktionen finden weitreichende Verbreitung via Kino, Fernsehen, Heimvideoveröffentlichungen und ebenso durch Internetangebote: „Der durchschnittliche Filmkonsument in unserem Sprachraum wächst mit synchronisierten Filmen auf, die für ihn eine Selbstverständlichkeit sind und deren grundsätzliche Absurdität er nicht hinterfragt.“219 Diese Situation hat die Spezialisierung und Perfektionierung der Synchronbranche zur Folge, deren Produkte einen erheblichen Einfluss auf den Publikumszuspruch haben können. Alternativen zur Synchronisation, etwa untertitelte Sprachfassungen oder die Voice-over-Methode, haben sich nicht breitenwirksam durchgesetzt.220

← 51 | 52 →4.1 Wesentliche Charakteristika der Filmsynchronisation

Der Begriff Synchronisation umfasst weite Bereiche der Nachvertonung von gleichzeitig beziehungsweise parallel ablaufenden Bild- und Toninformationen, wird aber vorwiegend mit dem Bereich der Sprachsynchronisation assoziiert. Entsprechend ist eine neue und angepasste Tonmischung erforderlich. Fodor definiert Synchronisation als „procedure of cinematography which consists of a separate and new sound recording of the text of a film translated into the language of the country in which it is to be shown. This...

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